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Zweites nachhaltiges Käseeinpackpapier von ÖMA

von Katrin Muhl (Kommentare: 0)


Das neue zweilagige ÖMA-Käseeinpackpapier
Das neue ÖMA-Käseeinpackpapier. Die zwei Lagen müssen getrennt entsorgt werden. © ÖMA

Die Ökologischen Molkereien Allgäu (ÖMA) reagieren mit dem neuen Papier auf Nachfragen aus Bioläden. Denn nicht alle Thekenmitarbeiter kommen gut mit "BioPap", der ersten Variante, klar.

Abgesehen von Dosen, die Kunden selbst mitbringen, um Plastik zu sparen, gibt es für Theken seit 2018 von den ÖMA eine weitere nachhaltige Alternative zum Verpacken von Käse. Denn der Hersteller brachte das „BioPap Käsepapier“ auf den Markt. Es besteht aus Zellulose und landet nach Gebrauch im Altpapier. Jetzt haben die ÖMA ein zweites nachhaltiges Käseeinpackpapier im Sortiment.

Das neue Material ist geschmeidiger

Manche Thekenmitarbeiter kommen mit BioPap nicht so gut zurecht wie andere, die Handhabung sei gewöhnungsbedürftig, hat ÖMA mitbekommen und bio-markt.info auf Nachfrage mitgeteilt. Die Ursache: BioPap verhält sich recht starr verglichen mit dem gewohnten, weniger nachhaltigen Einwickelmaterial, das aus einer Lage Papier und einer Lage Kunststoff-Folie besteht. Mit dem neuen Käseeinpackpapier reagieren die ÖMA auf die Nachfragen aus einigen Bioläden und bieten nun ein zweites, geschmeidigeres Material an. Es ist zweilagig, wie die herkömmliche Variante mit Kunststofffanteil, doch die Folie besteht zu 96 Prozent aus Bio-Zuckerrohr, wie der Hersteller angibt. Mit dem Spruch "Wir müssen uns trennen", weisen die ÖMA auf dem Papier darauf hin, dass beide Seiten einzeln entsorgt werden müssen: das Papier ins Altpapier, die Folie in den Kunststoffmüll.

BioPap-Käseeinwickelpapier
BioPap, wie hier im Bild, oder das neue zweilagige Käseeinpackpapier? „Die Thekenverantwortlichen in den Bioläden können nun wählen, welches Material sie im Handling bevorzugen“, teilen die ÖMA mit. © ÖMA

Nachhaltige Verpackungen sind Dauerthema

Bereits 2013 haben die ÖMA ihre Frischeboxen für Käse-Scheiben auf ein Material umgestellt, das zu 80 Prozent aus Maisstärke besteht. Einige Convenience-Produkte, wie der „ÖMA Back-Camembert“, kommen in Kartons aus Graspapier, bei dessen Herstellung 25 Prozent des Holzschliffs durch Grasfasern ersetzt werden. Ein Prozess, der laut den ÖMA besonders energie- und ressourcenschonend ist.

Nachhaltige Verpackungen für Käse zu entwickeln, ist für die ÖMA ein Dauerthema. „Wir wissen, dass wir immer noch am Anfang der Entwicklung nachhaltiger Verpackungslösungen stehen“, lässt Geschäftsführer Ulrich Kurz mitteilen. Es gebe noch kein Patentrezept für umweltverträgliche Käseverpackungen, doch die ÖMA arbeiteten mit verschiedenen Herstellern und Forschungspartnern zusammen, um einem solchen Schritt für Schritt nahe zu kommen.

Nicht nur wenn es um Käse geht, tüfteln Bio-Hersteller daran, Verpackungen umweltfreundlicher zu gestalten. 2018 diskutierte man auf der BioNord über die Frage „Verpackung vermeiden - was macht die Bio-Branche?“ Auch 2019 handelte es sich dabei um ein vieldiskutiertes Thema, wieder auf der BioNord, aber auch auf der Hausmesse von Bio-Großhändler Weiling. Naturkost Süd lud zu einer Tagung ein, bei der Händler und Hersteller über Verpackungsalternativen sprachen.

Dass das Thema Verpackung die Kunden bewegt, hat der LEH längst ebenfalls bemerkt. Erst kürzlich hat der Fleischlieferant Tönnies bei Discounter Aldi eine neue kunststoffreduzierte Verpackung für SB-Fleisch eingeführt und ist mit weiteren Händlern im Gespräch. Bei der Supermarktkette Tegut gibt es Hackfleischprodukte in Karton statt in Plastik seit November. In zwei der rund 260 Tegut-Märkte können sich Kunden seit 2019 an Unverpackt-Stationen einkaufen.

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