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Zu wenig Zucker: Lemonaid kassiert Abmahnung

von Redaktion (Kommentare: 0)


Lemonaid alle Sorten
Bei der Untersuchung der Sorte Limette (grün) fiel auf, Lemonaid enthält zu wenig Zucker. Das Getränk darf nicht "Limonade" heißen. © Lemonaid/Johann Cohrs

Update: Das Bezirksamt Hamburg-Mitte hat eingelenkt. Lemonaid darf sein Getränk nun weiter als Limonade anbieten - trotz des niedrigen Zuckergehalts von sechs Prozent.

Die Getränke von Lemonaid sollen nicht mehr „Limonade“ heißen dürfen – weil sie zu wenig Zucker enthalten. Die Nachricht führte zu einem Aufschrei im Netz.

Das geht aus einer Abmahnung hervor, die der Hamburger Hersteller für Bio- und Fairtrade-Limonaden vom dortigen Fachamt Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt erhalten hat.

Verschiedene Medien haben bereits berichtet, darunter Stern, Spiegel und die Süddeutsche Zeitung.

Zu wenig Zucker in Lemonaid – Was ist passiert?

Die Behörde hatte eine Probe der Lemonaid Limette untersucht, die vor zehn Jahren als erste Sorte auf den Markt gekommen ist.

Das Ergebnis: Statt sieben enthält Lemonaid nur sechs Gramm Zucker. Laut den Leitsätzen für Erfrischungsgetränke ist das ein Gramm zu wenig, um als „Limoande“ bezeichnet werden zu können.

Die Abmahnung passt so gar nicht zur „Nationalen Strategie zur Reduktion von Zucker und Fett in Lebensmitteln, die Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft (CDU), auf ihrer Pressekonferenz zum Thema vorstellte. Sie soll gemeinsam mit der Lebensmittelwirtschaft und dem Lebensmitteleinzelhandel auf freiwilliger Basis bis 2025 umgesetzt werden. In Getränken soll der Zuckergehalt um 15 Prozent reduziert werden. „Ich will einen besseren Zustand, als der Ist-Zustand“, so Klöckner.

In einem Auszug aus dem Schreiben, das Lemonaid auf seiner Webseite veröffentlicht hat, steht: "Sofern die Rezeptur der Probe unverändert bleibt, kann folglich für die Probe ausschließlich eine beschreibende Bezeichnung angegeben werden. Die Bezeichnung als 'Limonade' ist nicht möglich."

Das Amt fordert also eine Rezepturanpassung, damit Lemonaid sein Getränk weiterhin als Limonade verkaufen darf. Gründer Felix Langguth: „Es ist schon ironisch, dass alle davon sprechen, Lebensmittel und Getränke mit weniger Zucker herzustellen, wir das schon tun, und nun unserem Produkt mehr Zucker zusetzen sollen, damit wir es weiterhin als Limonade verkaufen dürfen.“ Eine Umbenennung der Bio-Limonade Lemonaid Limette in „Erfrischungsgetränk“ ist für das Unternehmen derzeit keine Option.

Petition: „Lemonaid soll weiter Limonade bleiben!“

In Sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Instagram äußerten sich Nutzer belustigt bis empört – sogar eine Petition wurde gestartet.

Quelle: Twitter

Renate Künast (Grüne) schlägt vor, aus Trotz weiter Lemonaid zu trinken und geht schon einmal auf Namenssuche: „Wie soll diese Limo denn jetzt heißen? Wir brauchen ein neues Wort“.

Quelle: Twitter

Eine Petition unter openpetition.org will dagegen die Bezeichnung von Lemonaid als Limonade erhalten und eine Gesetzesänderung erwirken. „Der erforderliche Zuckergehalt für Limonade sollte auf ein verbraucherfreundliches Maß reduziert werden und so Lemonaid weiterhin erlauben, als Limonade zu gelten“, heißt es in der Erklärung.

Lemonaid selbst schreibt in einem Blog-Eintrag auf seiner Webseite: „Natürliche Lebensmittel mit wenig Zucker sollten nicht bestraft werden – sondern der Normalfall sein.“

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