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„Wir haben es satt!“: 35.000 Menschen demonstrieren für eine neue Agrarpolitik

von Redaktion (Kommentare: 0)


Demonstrationszug der "Wir haben es satt!"-Demo in Berlin.
"Denkt doch an die Kinder!" lautet es auf einem der Plakate. Unter anderem für eine enkeltaugliche Landwirtschaft demonstrierten am vergangenen Wochenende viele Tausend Menschen in Berlin. © Nick Jaussi

Zum Auftakt der Internationalen Grünen Woche in Berlin trafen sich mehrere Zehntausend Demonstranten am 19.01. zur jährlichen Großdemo am Brandenburger Tor. Sie forderten einen radikalen Umbau der EU-Landwirtschaft.

Gegen Klimawandel und Höfesterben

Insgesamt über 100 Organisationen hatten zu der Protestaktion gegen die Agrarindustrie aufgerufen. Ziel des Demonstrationsbündnisses ist es, Landeswirtschaftsministerin Julia Klöckner und die Bundesregierung zum Umbau der Landwirtschaft zu bewegen. Die Gelegenheit dafür ist da: Bei der aktuellen Reform der EU-Agrarpolitik (GAP) entscheidet die Bundesregierung maßgeblich mit, welche Landwirtschaft künftig durch Steuergelder finanziert wird. Momentan erhalten in Deutschland die 3.300 flächengrößten Betriebe mit rund einer Milliarde Euro im Jahr die meisten Subventionen - während die 200.000 kleinsten Höfe mit nur knapp 700 Millionen Euro das Nachsehen haben.

Ziele des Demonstrationszuges:

  • konsequenter Klima- und Naturschutz
  • mehr Unterstützung für kleine und mittlere Betriebe
  • artgerechte Tierhaltung
  • Ende der Dumping-Exporte
  • gerechter Welthandel
  • gesundes Essen für alle

Auch in den sozialen Netzwerken verbreiteten die Demonstrationsteilnehmer ihre Forderung an die Bundesregierung:

Quelle: Twitter/Wir Haben Es Satt!

Mit selbstgemachten Transparenten und Schildern unterstütze auch die Schrot&Korn-Redaktion mit weiteren MitarbeiterInnen des bio verlags die "Wir haben es satt!"-Protestaktion.

Quelle: Instagram/Schrot&Korn

Bio-Verband Demeter war mit bei der Demo dabei und bedankte sich via Twitter bei den Unterstützern.

Quelle: Twitter/Demeter

Protestnote an 70 Minister

Die Protestnote hatten die 171 Bauern, die die Demo mit ihren Traktoren anführten, an die 70 versammelten Minister aus aller Welt übergeben.

„Wir haben die Agrarpolitik der Bundesregierung satt. Wir ackern tagtäglich für gutes, enkeltauglich produziertes Essen. Dafür verlangen wir politische Unterstützung“, sagt Moritz Schäfer, der einen Betrieb mit 100 Kühen und 250 Hektar bewirtschaftet und eigens zur Demo mit dem Traktor angereist ist. „Meine Kühe stehen auf der Weide, ich produziere das Futter hier vor Ort und sähe vielfältige Fruchtfolgen. Insekten, Wasser und Klima danken es mir, die Politik aber nicht. Julia Klöckner muss endlich die Interessenvertretung der Industrie beenden und eine Politik für Bauern, Bienen und lebensfähige Dörfer machen“, fordert Schäfer im Namen der Traktorfahrer.

Neben vielen weiteren Vertretern verschiedener Organisationen, meldete sich auch Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Bio-Bauer und Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), zu Wort: „Immer mehr Landwirte packen den Umbau der Landwirtschaft schon selbst an – nicht nur hunderttausende Bio-Bauern in ganz Europa. Die Politik muss mit der EU-Agrarpolitik die Bauern unterstützen, die Klima und Wasser, Boden und Bienen schützen und unsere Tiere artgerecht halten.“

Weitere Informationen zur Protestaktion unter: https://www.wir-haben-es-satt.de


Über „Wir haben es satt!“

Das Netzwerk „Wir haben Agrarindustrie satt!“ setzt sich aus rund 50 Trägern und vielen weiteren Partnern und Förderern zusammen. Unter den TrägerInnnen sind vor allem Bäuerinnen und Bauern (konventionell und bio), LebensmittelhandwerkerInnen, Natur-, Umwelt- und TierschützerInnen, Aktive der Entwicklungszusammenarbeit, engagierte Jugendliche sowie kritische Bürgerinnen und Bürger.  Seit 2011 geht das Bündnis im Januar zum Auftakt der weltgrößten Agrarmesse "Grüne Woche" für bäuerliche Betriebe und eine ökologischere Landwirtschaft auf die Straße. Die Großdemonstration richtet sich gegen die Agrarindustrie, nicht aber gegen Landwirte, und macht auf die fatalen Auswirkungen der intensiven industriellen Landwirtschaft aufmerksam.

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