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Verkaufte Pestizidmenge in Deutschland wieder gestiegen

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Pestizid wird auf Feld gespritzt
Pestizide werden auf ein Feld gespritzt. Symbolbild © Pixabay/hpgruesen

Die Hersteller von Pestiziden haben 2017 insgesamt 277 verschiedene Wirkstoffe in einer Gesamtmenge von 34.583 Tonnen verkauft. Das waren 2.300 Tonnen oder sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Zahlen teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mit.

Glyphosat mengenmäßig bedeutendster Wirkstoff

Fast die Hälfte dieser Menge entfiel auf Herbizide, gut 13.000 Tonnen waren Fungizide gegen Pilzkrankheiten. Die Insektizide spielten mengenmäßig mit 857 Tonnen keine große Rolle, allerdings wirken sie bereits in weitaus kleineren Mengen als die anderen Spritzgifte. Der Anstieg verteilte sich gleichmäßig auf alle drei Pestizid-Kategorien. Ebenfalls in der Statistik erfasst wurden 3.400 Tonnen Wachstumsregler, die vor allem bei Getreide eingesetzt werden, damit die Halme nicht zu hoch wachsen. Der mengenmäßig bedeutenste Wirkstoff war Glyphosat. Die Statistik des BVL nennt 4694 Tonnen an Organophosphor-Herbiziden, dahinter verbirgt sich fast ausschließlich Glyphosat. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Menge um 900 Tonnen gewachsen.

Ansonsten zeigen die Zahlen, dass die Menge der eingesetzten Wirkstoffe seit 40 Jahren relativ stabil ist und zwischen 26.000 und 36.000 Tonnen schwankt. Allerdings wurden die Mittel in dieser Zeit deutlich effektiver. Zum Töten von Beikraut und Insekten genügen weitaus kleinere Mengen als früher. Alle offiziellen Bemühungen, den Pestizideinsatz zu verringern, zeigten bisher keine Wirkung.

Ökolandbau setzte vor allem Schwefel ein

Von der Wirkstoffmenge dürften 3642 Tonnen auch im ökologischen Landbau eingesetzt werden, schreibt das BVL. Der allergrößte Teil davon dürfte auf Schwefel entfallen, der nach Glyphosat mengenmäßig wichtigste Wirkstoff in der Statistik. Kupferhydroxid ist in der Größenklasse 250 bis 1000 Tonnen aufgeführt, wird aber auch von konventionellen Betrieben eingesetzt. Andere im Ökolandbau eingesetzte Präparate wie Spinosad und Bacillus Thuriengiensis gegen Insekten oder Pseudomanas und Trichoderma zur natürlichen Saatgutbehandlung spielen mit Mengen unter zehn Tonnen kaum eine Rolle.

Die Pestizid-Hersteller verkaufen ihre Wirkstoffe nicht pur, sondern als gebrauchsfertige Mischungen an die Landwirte. Werden alle Zusätze in diesen Mischungen zu den eigentlichen Wirkstoffen dazu addiert, ergibt sich für 2017 eine Menge von 48.306 Tonnen an gebrauchsfertigen Pestiziden, verteilt auf 818 zugelassene Mittel.

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