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US-Urteil bestätigt: Roundup verursacht Krebs

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Traktor sprüht Unkrautvernichter auf Feld
Symbolbild © istock/Leonid Eremeychuk

Die Jury im Fall Hardemann vs. Monsanto hat einstimmig entschieden: Das Herbizid Roundup der Bayer-Tochter Monsanto ist maßgeblich verantwortlich dafür, dass Edwin Hardeman an Lymphdrüsenkrebs erkrankte. Der Rentner hatte das Mittel seit den 80er-Jahren zur Unkrautvernichtung auf seinem Grundstück benutzt.

Der in San Francisco vor einem US-Bundesgericht verhandelte Fall ist ein „Bellwether Case“, das ist eine Musterklage, die als richtungsweisend für weitere derartige Prozesse gilt. Allein bei Richter Vince Chhabria, der den Fall Hardemann gegen Monsanto verhandelte, liegen über 760 weitere Klagen auf dem Schreibtisch. Insgesamt hatten Krebspatienten oder ihre Angehörigen bis Ende Januar in den USA 11.200 Klagen gegen Bayer eingereicht.

Bayer hofft auf zweiten Teil des Prozesses

Chhabria hatte den Fall zweigeteilt. Zuerst sollte die Jury die Frage beantworten, ob Roundup maßgeblich für die Krebserkrankung des Klägers verantwortlich sei. Die Jury bejahte dies einstimmig. Im zweiten Teil des Prozesses wird es darum gehen, ob Monsanto arglistig über Risiken hinwegtäuschte und Behörden beeinflusste. Abschließend muss die Jury entscheiden, wieviel Schadenersatz Bayer für seine Tochter zu zahlen hat. Vor einem Gericht des Staates Kalifornien hatte Bayer im August 2018 bereits ein Verfahren verloren und war von der Jury zu 250 Millionen Euro Schadenersatz verurteilt worden. Die Richterin reduzierte die Summe später auf 68 Millionen Euro, Bayer legte Berufung ein.

Über das aktuelle Urteil zeigte sich der Konzern enttäuscht. Bayer sei zuversichtlich, im zweiten Teil des Prozesses beweisen zu können, dass Monsantos Verhalten angemessen war und das Unternehmen nicht für Hardemans Krebserkrankung haftbar gemacht werden sollte, hieß es in einer Stellungnahme. Vorbörslich brach die Aktie am Mittwoch morgen knapp zehn Prozent ein.

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