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Teufelskreis der Landwirtschaft durchbrechen

von Redaktion (Kommentare: 1)


Gülleausbringung trotz steigender Nitratbelastung des Grundwassers: Der Teufelskreis, in dem die konventionelle Landwirtschaft steckt, führt zum Ruin der Bauern und zur Vernichtung unserer Lebensgrundlagen © Bildagentur Zoonar GmbH / Shutterstock

In einem Statement zum Sonderbericht des Weltklimarates, der zu einem vernichtenden Urteil über die konventionelle Landwirtschaft und die Ernährungsweise kommt, fordert der BÖLW-Vorsitzende Felix Prinz zu Löwenstein die Politik auf, die Chance des Öko-Landbaus endlich zu ergreifen.

„Hunderte Wissenschaftler machen einmal mehr deutlich, dass es an allen Ecken und Enden brennt bei Landwirtschaft und Ernährung. Wir überlasten unsere Ressourcen. Ob zu viel Treibhausgase, verschmutzte Gewässer durch ein unwirksames Düngerecht oder Artensterben durch schädliche landwirtschaftliche Praktiken: Der Weltklimarat fordert zu Recht einen radikalen Umbau von Landwirtschaft und der Art und Weise, wie wir essen.

Gut ist: das Rad muss für eine zukunftsfähige Produktion nicht neu erfunden werden. Die Blaupause heißt Öko-Landwirtschaft. Hunderttausende Bauern weltweit zeigen erfolgreich, wie wir innerhalb der Belastungsgrenzen unserer Erde ausreichend gesundes Essen produzieren können. Bio bringt viele Wirkungen, die Wissenschaftler einfordern.

Der Grund liegt im System

Bio setzt auf Viehbesatz, der an die Flächen angepasst ist, nutzt keine energieaufwändigen Kunstdünger oder naturfremden chemisch-synthetischen Pestizide. Das vermindert den Energieaufwand der Landwirtschaft, wodurch der CO2-Fußabdruck schrumpft. Die Böden werden lebendiger, speichern mehr CO2 durch Humusaufbau und können die Folgen von Extremwetter besser abpuffern, die eine Begleiterscheinung der Klimakrise sind. Und vor allem: Produkte, die ökologisch produziert werden, haben einen wahren Preis, denn es entstehen keine Kosten, die der Allgemeinheit aufgeladen werden. Vor allem Fleisch ist nicht nur hochwertiger, sondern auch deutlich teurer. Die automatische Folge: Es wird weniger Fleisch verbraucht – ganz ohne Verbote oder politische Einschränkungen.

Die Chance Öko-Landbau muss Politik dringend ergreifen

Deutschland muss deshalb in den Verhandlungen mit den EU-Partnern über die Reform der Gemeinsame EU-Agrarpolitik einfordern, dass ein hoher und im Zeitverlauf bis auf 100 Prozent ansteigender Anteil der Agrarausgaben für Klima- Tier-, und Umweltschutz eingesetzt wird. Denn aktuell steckt die Landwirtschaft in einem Teufelskreis. Als wesentlicher Produzent von Treibhausgasen schadet die Landwirtschaft dem Klima. Und die Klimakrise schadet den Bauern.

Dass die Bundesregierung das Ziel 20 Prozent Ökologische Landwirtschaft in den Koalitionsvertrag geschrieben hat, war der erste, richtige Schritt. Jetzt muss sie dieses Ziel mit den Möglichkeiten aller Ressorts angehen. Es darf nicht die Aufgabe lediglich des Landwirtschaftsministeriums bleiben.“

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Kommentar von Mathias Forster, Geschäftsführer, Bio-Stiftung Schweiz |

Felix Löwenstein hat absolut recht und ich kann seine Forderungen nur auf der ganzen Linie unterstützen! In der Schweiz werden wir dank der Direkten Demokratie im Jahr 2020 über eine Schweiz ohne synthetische Pestizide abstimmen können. Sämtliche synth. Pestizide sollen verboten werden und auch der Import von Produkten, die mit synth. Pestiziden produziert wurden, soll verboten werden. Dies mit einer Übergangsfrist von 10 Jahren. Es ist eine Willensfrage. Natürlich mit Kraftanstrengungen und Risiken verbunden und vor allem auch mit vielen Ängsten, mit denen auch noch gezielt gespielt wird. Doch meiner Ansicht nach ist nichts riskanter und gefährlicher, als ein "Weiter so wie bisher". Die Frage ist, wann die geballte Power dieser Einsicht stärker sein wird als die Ängste und die Interessen der großen Agrochemiekonzerne sowie deren Helfershelfer in verschiedenen Ministerien und Institutionen. Wir sollten die massiv mehr in die Haftung nehmen! Es geht nicht mehr an, dass die Risiken und Folgeschäden immer der Allgemeinheit aufgebürdet, die riesigen Gewinne aber privatisiert werden.
"Der Tod ist ein Wachmacher" - sagte Joseph Beuys... wann werden wir als Gesellschaft wach genug sein?


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