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Zweinutzungshühner sind besser in der Haltung

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Hühner
Zweinutzungshühner sind unter anderem günstiger zu füttern. Symbolbild © Pixabay/Alexas_Fotos

Wissenschaftler der Tierärztlichen Hochschule Hannover haben sich in einer Langzeitstudie mit Zweinutzungshühnern beschäftigt – und sind zu interessanten Ergebnissen gekommen.

Das allermeiste Bio-Geflügel stammt aus der konventionellen Zucht weniger großer Konzerne, Legehennen ebenso wie Masthühnchen. Eine Alternative dazu sind Zweinutzungshühner aus ökologischer Zucht. Doch auch die konventionellen Zuchtkonzerne arbeiten seit Jahren an Zweinutzungslinien. Sie heißen Lohmann Dual und Novogen Dual Porpose, konnten aber auf dem Markt bisher nicht landen.

Vorteile und Nachteile von Zweinutzungshühnern

Zweinutzungshühner haben gegenüber konventionellen Hochleistungslegehennen und –masthühnern durchaus Vorteile, wie ein Forschungsprojekt der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) Hannover zeigte. Über 3,5 Jahre hielten die Forscher auf dem Lehr- und Forschungsgut Ruthe Herden der Zweinutzungs-Linie „Lohmann Dual“ und verglichen Tiere und Produkte mit den üblichen Hochleistungslinien.

Dabei zeigte sich erwartungsgemäß, dass die Zweinutzungstiere weniger leisteten. Die Hennen legten statt 300 Eier im Jahr 250 und die Hähne brauchten nicht 32 Tage, um ein Schlachtgewicht von zwei Kilogramm zu erreichen, sondern doppelt so lang. Dafür waren sie günstiger zu füttern, denn sie benötigten weniger Eiweiß und Energie als die Hochleistungstiere.

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Große Unterschiede im Verhalten

„Die Hennen und die Hähne der Zweinutzungshühner waren deutlich ruhiger und einfacher im Umgang als die Vergleichstiere einer konventionellen Legehennenlinie. Die Hähne der Zweinutzungslinie waren deutlich mobiler als konventionelle Masthühner der Linie Ross 308“, schrieb die TiHo. Auch neigten die dualen Legehennen weit weniger zu Federpicken. „Auffällig war, dass die Hennen der Zweinutzungslinie bis zum Ende der jeweiligen Legeperiode ein nahezu intaktes Gefieder hatten. Die Tiere der Vergleichslinie zeigten zum Teil erhebliche Federverluste an unterschiedlichen Körperregionen.“ Gesundheitlich waren die Zweinutzungstiere stabiler, die Mortalitätsraten niedriger.

Dass die Tiere trotz dieser Vorteile nicht reißenden Absatz finden, hat einen einfachen Grund. Da sie weniger produzieren, müssten die Landwirte für Eier und Hähnchen mehr Geld verlangen – und vom Verbraucher bekommen. In einer Online-Befragung des Thünen-Instituts gab ein Viertel der 1500 Teilnehmer an, sie wären bereit, für die Eier mehr Geld auszugeben. Jeder Sechste konnte sich vorstellen, das Hähnchenbrustfleisch des Zweinutzungshuhns zu kaufen. Doch bisher fehlen im konventionellen Handel die Partner, um diese Verbraucheraussagen zu testen.

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