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Steuererhöhung für Fleisch schadet Bio-Bauern

von Horst Fiedler (Kommentare: 0)


Darf’s ein bisschen weniger sein? Fleisch gehört zu den Klimakillern und soll vielleicht stärker besteuert werden. © Angelo Cordesch shutterstock

Mit der viel diskutierten Erhöhung der Mehrwertsteuer für Fleisch von 7 auf 19 Prozent kommen Bio-Bauern auf die Verlierer-Straße. Wegen des höheren Grundpreises ist die Preisspanne zwischen Bio- und konventionellem Fleisch dann noch größer.

Der TV-Sender RTL hatte Befürchtungen eines Landwirts aufgegriffen, der folgende Rechnung aufgemacht hat: Der Preis für 700 Gramm konventionelle Schweinekoteletts würde durch die Fleischsteuer um 43 Cent steigen, 700 Gramm Bio-Koteletts würden 94 Cent teurer. Das könne ihm und vielen Kollegen das Genick brechen. Bei Geflügel wäre die Differenz noch größer.

Bio-Kunde finanziert Umbau konventioneller Ställe

Da Bio-Bauern bereits für Tierwohl sorgten, hätten sie nichts von den Mitteln, die zum Beispiel für den Umbau von Ställen zur Verfügung gestellt sollen. Das Perverse an der prozentualen Fleischsteuer: Der Bio-Kunde finanziert die Tierwohlbemühungen der konventionellen Bauern stärker als die Billigfleischkunden der Discounter, obwohl mit dem jetzigen Preis für sein Bio-Fleisch das Tierwohl bei seinem Bio-Bauern bereits finanziert wird.

Bio-Fleisch von Erhöhung ausnehmen

Während sich der agrarpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Friedrich Ostendorff, dafür ausgesprochen hatte, die Fleischsteuer von 7 auf 19 Prozent zu erhöhen, hält Grünen-Chef Robert Habeck nichts von einer Fleischsteuer, wie er kürzlich im ZDF anmerkte. Eine Lösung wäre, den Steuersatz für Bio-Fleisch bei 7 Prozent zu belassen und nur das konventionelle Fleisch mit einer Mehrwertsteuer von 19 Prozent zu belegen. Ob das reicht, um den Fleischkonsum einzudämmen und damit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, müsste sich noch erweisen.

Sehen Sie den RTL-Beitrag.

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