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Rewe will nachhaltigere Textilien

von Jochen Bettzieche (Kommentare: 0)


Rewe-Markt von Außen
Außenansicht: Rewe-Markt. Symbolbild © Rewe

Die Rewe Group hat Leitlinien für mehr Nachhaltigkeit im Textilbereich veröffentlicht. Sie gelten für Textilien und Schuhe der Eigenmarken. Ob solche Maßnahmen greifen, ist umstritten.

Rewe nimmt Lieferanten in die Pflicht

In seinen Leitlinien verpflichtet der Konzern seine Lieferanten, soziale und ökologische Standards einzuhalten, die das Unternehmen vorgibt. Darüber hinaus schließt es bestimmte Materialien wie Pelz, Mohair-, Angora- und Merinowolle ebenso aus wie Daunen und Federn aus Lebendrupf. Das ist nicht alles neu. Nach Angaben der Nichtregierungsorganisationen Greenpeace und Peta hat der Konzern Pelze, Angorawolle und Lebendrupf bereits im Jahr 2014 ausgeschlossen.

In der Verantwortung stehen künftig die Lieferanten, die dem Unternehmen zuarbeiten. Denn die müssen sich verpflichten, die Leitlinien einzuhalten. Dazu gehört unter anderem, ab dem Jahr 2020 keine gefährlichen Chemikalien mehr in den Produktionsprozessen zu verwenden. Auch Arbeitssicherheit und faire Löhne gehören zum Programm. „Wir möchten Mitarbeiter und Partner in der Lieferkette für die Bedeutung einer nachhaltigeren Textilproduktion sensibilisieren und mit Hilfe der Leitlinie konkrete Maßnahmen und Ziele aufzeigen“, sagt Torsten Stau, Geschäftsleiter für Ware Non Food bei der Rewe Group.

Einschätzung der Christlichen Initiative Romero

Isabell Ullrich, Referentin zum Thema Kleidung bei der Christlichen Initiative Romero, ist bei Nachhaltigkeits-Leitlinien vorsichtig: „Wenn das nur ein Stück Papier ist, das die Zulieferer unterschreiben müssen, ist das ein Standardwerk, das jeder große Konzern hat.“ Im Detail hat sie die Rewe-Leitlinien noch nicht studiert. Für sie ist aber klar, dass solche Vorgaben nur Wirkung zeigen, wenn unabhängige Gruppen die Produktionsstätten vor Ort kontrollieren. Denn die Betriebe hätten oft kaum eine Wahl: Um einen Auftrag zu erhalten, unterschreiben sie Nachhaltigkeits-Vorgaben, ohne diese einzuhalten. Können sie oft auch gar nicht, meint Ullrich. Denn der zunehmende Trend zu immer schneller wechselnden Modetrends erhöht den Druck. Leitlinien alleine genügten daher nicht, sagt Ullrich: „Die Auftraggeber müssen ihre Lieferfristen und Einkaufspreise so gestalten, dass die Lieferanten eine Chance haben, etwas zu ändern.“

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