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Resistente Keime in Brathähnchen

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Brathähnchen
Brathähnchen . Symbolbild © Shutterstock/Wiktory

Jedes zweite konventionelle Brathähnchen ist mit resistenten Erregern belastet. Das ergab eine Stichprobe der Organisation Germanwatch. Bio schnitt dabei weit besser ab.

59 Portionen Hähnchenfleisch hatte Germanwatch bei Discountern gekauft und ins Labor geschickt. Das fand in 56 Prozent der Proben Antibiotika-resistente Bakterien. In jedem dritten Hähnchen waren die Erreger gegen Reserveantibiotika resistent. Diese sollen im Krankenhaus gegen Keime helfen, bei denen andere Antibiotika nicht mehr wirken. Solche für die Therapie beim Menschen wichtige Medikamente sollten gar nicht mehr in der Tierhaltung verwendet werden, fordert Germanwatch. Die Organisation ließ auch elf Testkäufe von Hofschlachtereien untersuchen. Hier fand sich nur bei einer Probe ein resistenter Keim. Bei den sechs Öko-Hähnchenfleischproben aus handwerklicher Schlachtung wurden keine resistenten Erreger festgestellt. „Diese Stichprobenergebnisse weisen in die gleiche positive Richtung wie repräsentative Monitorings des Bundesamts für Verbraucherschutz (BVL), die ebenfalls deutlich weniger Antibiotikaresistenzen auf Masthähnchen aus Ökobetrieben fanden“, schreibt Germanwatch.

Antibiotika in der Nutztierhaltung

Das Bundeslandwirtschaftsministerium verweist gerne darauf, dass sich der Verbrauch von Antibiotika in der Nutztierhaltung 2017 von 1706 auf 733 Tonnen mehr als halbiert hat. Allerdings ist der Gebrauch von Reserveantibiotika in den Ställen in dieser Zeit angestiegen. Zudem würden in Deutschland immer noch mehr als doppelt so viel Antibiotika je Kilogramm Nutztier verabreicht wie in Tierhaltungen in Dänemark, Großbritannien oder Österreich, argumentiert Reinhild Benning, Agrarexpertin bei Germanwatch. „Zudem gibt es hochriskante Lücken bei der Erfassung des Antibiotikaverbrauchs. Dies öffnet Hintertüren für den Missbrauch von Antibiotika in industriellen Tierhaltungen in Deutschland.“

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