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Pestizide auch in Bio-Gärten

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Gärtner
Auch in ökologisch bewirtschafteten Gärten kann Glyphosat nachgewiesen werden. Symbolbild © Shutterstock/Joshua Resnick

Zahlreiche Spritzgifte werden durch den Wind über längere Strecken verfrachtet. Sie belasten Wildkräuter genauso wie Hausgärten. Wie groß die Gefahr ist, zeigt ein Monitoring-Programm des Tee- und Kräuterspezialisten Heuschrecke.

Heuschrecke liefert Beleg für Glyphosatbelastungen

Heuschrecke arbeitet seit langem mit dem kroatischen Wildsammlungsprojekt Terra Magnifica zusammen. In den gesammelten Wildkräutern wie etwa Lindenblüten tauchten immer wieder Glyphosatbelastungen auf. Ein klarer Beleg dafür das dieses Spritzgift (und andere) über längere Strecken verfrachtet wird und dort die Umwelt belastet. Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner von Heuschrecke haben im vergangenen Jahr mit ihrer Lindenblüten-Aktion auf diese Bedrohung für Wildsammlungen aufmerksam gemacht.

Quelle: Facebook/Heuschrecke Naturkost

Gleichzeitig beschlossen sie, zusammen mit Terra Magnifica und dem kroatischen Labor Quanta Belege für diese Umweltvergiftung durch Abdrift zu sammeln. Testgelände wurde der Garten von Terra Magnifica–Chefin Sanja, eine grüne Oase, aber mit konventionellen Weinbergen an den benachbarten Hängen. Die dort seit Juni 2018 erhobenen Messdaten zeigen eindrucksvoll, wie sich die Pestizide aus den Weinbergen kurz nach dem Ausbringen auch im Bio-Garten wiederfinden, obwohl dieser komplett von drei bis zehn Meter hohen Bäumen sowie Gebüsch umrandet ist.

Pestizid-Rückstände erschweren den Anbau von Bio

„Diese neue Versuchsreihe liefert bestätigende (und immer noch erschütternde) Ergebnisse. Pestizide verteilen sich konsequent über Distanzen bis zu 70 m und die gefundenen Rückstände überschreiten den üblichen Bio-Orientierungswert (0,01 mg/kg) um das 20 – 100fache“, steht im Blog-Eintrag von Heuschrecke. Selbst durch Regen seien die Rückstände nur teilweise abgewaschen worden. „Erst nach drei bis sechs Wochen konnte festgestellt werden, dass die Rückstände durch den natürlichen Abbau zurückgingen.“

Das Fazit von Heuschrecke: „Bisher zeigt sich klar, dass der Anbau von 'Bio-Produkten' unglaublich schwierig bis unmöglich ist, sobald in der Umgebung intensiver konventioneller Anbau betrieben wird.“

Quelle: Instagram/Heuschrecke Naturkost

Links

Ausführlich und mit zahlreichen Fotos berichten Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner auf dem Heuschrecke-Blog über das Monitoringprojekt

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