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Ökoland provoziert bei Fridays for Future-Demo

von Horst Fiedler (Kommentare: 4)


Ohne „blaue Augen“ davongekommen: Ökoland auf der Klima-Demo in Hannover © Ökoland

Mit dem Abbild einer Fleischwurst zu einer Klimaschutz-Demonstration zu gehen, bedarf schon etwas Mut. Für Ökoland war das kein Problem: Die „Superwurst“ ist bereits seit 2008 klimaneutral. Deshalb konnte man ruhigen Gewissens etwas provozieren.

Ökoland-Geschäftsführer Patrik Müller nahm mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Klima-Streiktag in Hannover, nahe des Standortes Wunstorf, teil. Dort waren rund 30.000 Menschen aller Altersgruppen dem Aufruf der Fridays for Future-Bewegung gefolgt, um gegen die Klimapolitik der Bundesregierung zu protestieren.

Blicke von Vegetariern und Veganern

Ein Fleisch- und Wurstwarenhersteller ist auf einer solchen Demo natürlich eine Provokation. Aber: „Außer ein paar Blicken von Vegetarieren oder Veganern hatten wir mit unserem Plakat keine Probleme“, berichtet Michaela Gregor, neu bei Ökoland und für Klimaschutzprojekte zuständig. Vor ihnen im Demonstrationszug sei ein Plakat mit einer Kuh getragen worden, auf dem die Folgen der Fleischproduktion für Klima und Wasser beziffert worden seien. Dennoch habe es keine Anfeindungen für Ökoland, geschweige denn „blaue Augen“ gegeben.

Erst CO2 reduzieren, dann Zertifikate kaufen

„Wir haben dadurch, dass unsere Wurst seit 2008 klimaneutral ist, gezeigt, dass wir nicht jetzt auf den Zug aufspringen“, sagt Michaela Gregor. Und noch etwas sei wichtig: Ökoland habe nicht einfach CO2-Zertifikate erworben und damit einen Ausgleich geschaffen, sondern nach C02-Reduzierungsmöglichkeiten auf den Bauernhöfen, in der Verarbeitung, im Transport und in der Wahl der Stromanbieter gesucht. So trage zum Beispiel das Dach der Schlachterei eine Solaranlage. Nur für die Rest-Emissionen würden Zertifikate gekauft. Die Agrar- und Umwelttechnik GmbH (Stop Climate Change) helfe bei der Durchführung, die Gesellschaft für Ressourcenschutz kontrolliere die Maßnahmen.

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Kommentar von Martina Merz |

Es ist klasse, dass die Biobranche so geschlossen und engagiert bei der Bewegung dabei ist, sie stärkt, sie mitträgt. Dennoch: unabhängig davon, wer was in der Biobranche für den Klimaschutz getan hat oder tut: ich habe mich am Freitag wirklich schwer getan mit all den Firmenbannern und Logos, die auf der Demo größtmöglich getragen wurden. Für mich ist das ein bisschen ein Missbrauch der #fridaysforfuture-Bewegung für die Unternehmenswerbung. Klar wirbelt man in dem Kontext in den eigenen Medien, zum mobilisieren und auch, um das eigene Profil zu zeigen. Aber auf der Demo? Sehe ich das zu eng?

Kommentar von Jürgen Kruse |

Guten Tag, bitte sehen Sie einmal nach bei der Zukunftsstiftung Landwirtschaft (Weltacker etc...), dann müsste Ihnen klar sein, dass auch der Konsum von Bio-Fleisch nicht weiter ausdehnbar ist und auch Klimaschäden verursacht. Sie müssen einfach zugeben, dass vegetarische und vegane Ernährung der bessere Weg ist. Die Zukunft muss einfach eher bio-vegan sein! Umstellung auf 100% BIO ist allerdings ein notwendiger erster Schritt.

Kommentar von Katja Vaupel |

Ich kann nicht nachvollziehen, wieso Ökoland Provokation vorgeworfen wird. Dies finde ich für einen journalistischen Artikel völlig inakzeptabel.
Es ist super, dass Ökoland eine klimaneutrale Wurst entwickelt hat! Mit einer guten Tierhaltung können wir gute Böden schaffen.

Kommentar von Alexandra Thöring |

Im Zusammenhang mit dem nicht "kostenlosen Werbungs-ermöglichungs-Moment" sondern Streik- bzw. Demo-Aufruf der Fridays for Future-Bewegung wäre es spannend zu wissen, wie hoch der Anteil der Unternehmer war, die ihren Mitarbeitern z.B. sogar durch "gemeinsamen Betriebsausflug", problemlosen Überstunden-Abbummeln oder sogar Freizeit schenken... überhaupt die Teilnahme an einer Demo ermöglicht bzw. am besten dazu sogar inspiriert haben!

Ich habe um den 20.9. herum den Eindruck gewonnen, der prozentuale Anteil der für ein paar Stunden streikenden Bio-Mitarbeiter bzw. kompletten Unternehmen lag klar unter dem derzeitigen Bio-Gesamtflächenanteil und mit Glück um den Bio-Umsatz-Marktanteil in Deutschland? Ich hoffe ich täusche mich hier!


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