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Neue Methode bei der Eier-Produktion: Wenn männliche Küken gar nicht erst schlüpfen

von Leo Frühschütz (Kommentare: 1)


Küken auf dem Fließband
Küken sortieren und die Männchen schreddern: mit der neuen Technik zur Geschlechterbestimmung im Ei nicht mehr nötig. © Shutterstock/chayakorn lotongkum

Die Rewe-Gruppe bietet in einem Testlauf konventionelle Eier an, bei deren Erzeugung keine männlichen Küken getötet wurden.

Brüterei bestimmt das Geschlecht des Embyros im Ei

Anders als bei mehreren Bio-Initiativen wurden die männlichen Bruderküken der Legehennen nicht großgezogen und später als Bruderhähne geschlachtet. Stattdessen bestimmt die Brüterei das Geschlecht der Embryos im Ei. Eier mit männlichen Embryos werden aussortiert, so dass nur noch Legehennenküken zur Welt kommen.

Die Eier aus den ersten Testläufen vermarket die Rewe-Gruppe unter dem Label „respeggt“, aktuell erhältlich in 223 Rewe- und Penny-Märkten in Berlin. Im Laufe des Jahres 2019 soll es die respeggt-Eier in allen Rewe und Penny-Märkten geben. Perspektivisch könnten sogar andere Eierprodukte, wie Nudeln oder Kuchen, mit dem respeggt-Label ausgezeichnet werden. „Wer möchte, kann durch sein Kaufverhalten nun mit dazu beitragen, die Praxis des Kükentötens zu beenden“, schreibt Rewe.

Quelle: Twitter

Geschlechterbestimmung im Ei soll zum Geschäftsmodell werden

Die neue Methode zur Geschlechtsbestimmung im Ei stammt von Wissenschaftlern der Universität Leipzig und wurde seit Jahren mit finanzieller Unterstützung des Bundeslandwirtschaftsministeriums entwickelt. Ursprünglich sollte sie bereits 2017 serienreif sein. Sie gilt als Antwort der industriellen Eier-Erzeugung auf das oft kritisierte Töten der männlichen Küken.

Um die Ergebnisse der Forscher in die Praxis umzusetzen, haben Rewe und die niederländische Brüterei HatchTech Group BV das Unternehmen Seleggt GmbH gegründet. Neben der Versorgung der Rewe-Märkte soll Seleggt ein Geschäftsmodell erarbeiten, „um die Technik der Branche kostenneutral als Dienstleistung zur Verfügung zu stellen.“

Küken aus dem Ei geschlüpft
© Pixabay/MSphotos

So dramatisch ist die Zahl getöteter Küken in einem Jahr gestiegen

2017 sind in deutschen Ställen extrem viel mehr männliche Küken als 2016 getötet worden. Die genaue Zahl geht aus einem Bericht der Süddeutschen Zeitung hervor.

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Aussortierte Eier werden zu Tierfutter

Auf einer eigenen Webseite erklärt Seleggt das Verfahren den Verbrauchern. Dort ist unter anderem zu lesen, dass die aussortierten Bruteier zu Tierfuttermittel verarbeitet werden. Garantie und Herkunftssicherung der respeggt-Eier soll eine Blockchain-Technologie sicherstellen.

Preisunterschied zu herkömmlichen Eiern

Über den Preis schreibt Ökotest, die Eier würden „ein bis zwei Cent pro Ei mehr kosten“. Rewe spricht von „von einigen wenigen Cent pro Packung.“ Penny verlang auf seienr Angebotsseite 1,59 Euro für sechs respeggt-Freilandeier, das wären 26,5 Cent. Der Discounterpreis für konventionelle Freiland-Eier liegt bei 17 Cent, Bio-Eier kosten dort 27,9 Cent.


Stichworte:

Naturkostfachhandel

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Kommentar von Annette Tillmanns |

Wie weit sind denn die Embryonen entwickelt, wenn die Eier aussortiert werden? Wann ist denn das Geschlecht erkennbar? Küken sind ja schon vor dem Schlüpfen lebendig und hören und geben Laut...
Wenn das Geschlecht spät erkannt und aussortiert wird, wäre das ja eher so eine Massenabtreibung und nicht so viel besser, als das bisherige töten..



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