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Neue Studie: Biolandbau schützt das Klima

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Frau macht Bodengasmessungen in Kleegras-Parzellen
Bodengasmessungen in Kleegras-Parzellen. © Thomas Alfoeldi, FiBL

Ein einmaliger Langzeitversuch über 40 Jahre belegt: Biologisch bewirtschaftete Böden emittieren weniger Treibhausgase.

1978 begann das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) mit einem Anbau-Vergleich. Seither werden dort auf nebeneinander liegenden Parzellen der biologisch-dynamische (D), organisch-biologische (O) und konventionelle (K) Anbau von Ackerkulturen wie Weizen, Kartoffeln, Mais, Soja und Kleegras verglichen. Der DOK-Versuch liefert regelmäßig Daten, mit denen sich die verschiedenen Anbausysteme realistisch vergleichen lassen.

Deutlich weniger Treibhausgase pro Hektar

Mit den jüngsten Messreihen erfassten Mitarbeiter des FiBL und der Universität Gießen über zwei Jahre hinweg die Lachgasemissionen der einzelnen Parzellen. Lachgas (Distickstoffoxid, N2O) ist ein extrem klimaschädliches Gas, das bei der Düngung mit Stickstoff freigesetzt werden kann.

Das Ergebnis der Studie: Langfristig biologisch bewirtschaftete Ackerböden emittieren 40 Prozent weniger Treibhausgase pro Hektar als konventionell bearbeitete Böden. Auch pro Tonne Ertrag ist dieser Wert geringer oder – beim Anbau von Mais – gleich hoch.

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Nach Ansicht der Autoren zeigen die Ergebnisse dass „eine gezielte Bewirtschaftung mit vielfältiger Fruchtfolge und Hofdünger wie Mist und Gülle“ wichtige Bodenfunktionen aufrecht erhalte. Diese wiederum würden die Lachgasemissionen im Pflanzenbau verringern. Die Autoren stützen sich dabei auf folgende Beobachtungen: Je höher wichtige Indikatoren für Bodenfruchtbarkeit wie pH-Wert, organische Substanz in Form von Humus sowie die mikrobielle Biomasse im Boden sind, desto geringer sind die Lachgasemissionen – und umgekehrt. Ein Boden, der an Fruchtbarkeit verliert, setzt mehr Lachgas frei.

Beim Maisertrag zeigten sich keine Unterschiede in den Lachgasemissionen zwischen biologischer und konventioneller Bewirtschaftung. Die Daten für andere angebaute Kulturen wie Raps und Weizen wurden noch nicht veröffentlicht.

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