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Naturkostbranche gegen In-Ovo-Selektion

von Redaktion (Kommentare: 0)


Keine Gefahr für männliche Küken: Naturkostbranchenverband spricht sich gegen In-Ovo-Selektion aus. © geraldfriedrich2/pixabay

Die Bruderhahn Initiative Deutschland begrüßt, dass sich die Mitglieder des BNN gegen die In-Ovo-Selektion und ähnliche technische selektive Maßnahmen positioniert haben.

Auf Antrag der Geschäftsführer der Bio-Großhändler Bodan, Naturkost Erfurt und Naturkost Nord haben die Mitglieder des Bundesverbandes Naturkost und Naturwaren (BNN) auf ihrer jüngsten Versammlung beschlossen,„dass die genetische Grundlage unserer Erzeugnisse von Pflanzen und Tieren den konzeptionellen Bedürfnissen des ökologischen Anbaus entsprechen sollten und technische Optimierungen durch Gentechnik oder ähnliche Methoden sowie im Tierbereich technische Selektionen (Geschlechtserkennung im Ei) abgelehnt werden.“

Der BNN strebe damit die von der Natur vorgegebene Aufzucht und Haltung von Henne und Hahn an und unterstütze in diesem Sinne die Bemühungen der Ökologischen Tierzucht gGmbH (ÖTZ), die bereits gute Erfolge bei der Züchtung neuer ökologischer Zweinutzungsrassen erzielt habe, heißt es in einer Mitteilung des Vereins Bruderhahn Initiative Deutschland.

„Gedanklicher Steigbügelhalter der Gentechnik“

„Die In-Ovo-Selektion ist der gedankliche Steigbügelhalter der Gentechnik und unterspült das Fundament der Naturkostbranche“, kritisiert Naturkost Nord Geschäftsführer Matthias Deppe das Verfahren. Die Branche müsse „in der sich stark veränderten Bio-Lebensmittelwirtschaft“ ihren „eigenen Standpunkt vertreten, um dem Verbraucher klare Botschaften senden zu können“, heißt es in der Begründung der Antragsteller. Man solle zu den Grundprinzipien des „ganzheitlichen landwirtschaftlichen Modells des ökologischen Landbaus“ stehen, sie in den eigenen Aussagen stärken und danach handeln.

Stärkere Unterstützung vom Fachhandel gefordert

Diese Zielsetzung unterstütze die Bruderhahn Initiative in vollem Umfang. Insbesondere der Grundsatz der Kreislaufwirtschaft und die Beachtung von Naturgesetzen sowie ethische Aspekte spielten in der ökologischen Lebensmittelerzeugung von tierischen Produkten wie Eiern oder Fleisch eine wichtige Rolle. Aus Sicht der Bruderhahn Initiative steht die In-Ovo-Selektion in krassem Widerspruch zu diesen Grundprinzipien und wird daher abgelehnt. Ziel müsse es stattdessen sein, ein ökologisches Zweinutzungshuhn zu züchten, dessen Henne genügend Eier legt und dessen Hahn ausreichend Fleisch ansetzt. „Hierbei muss die ÖTZ auf ihrem erfolgreichen Weg vom Naturkostfachhandel noch stärker unterstützt werden“, fordert die Bruderhahn Initiative.

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Die Bruderhahn Initiative hat sich klar gegen die Geschlechtsbestimmung im Ei und das Töten der männlichen Embryos ausgesprochen. Nur die Züchtung eines Zweinutzungshuhns sei eine echte Alternative zum Kükentöten.

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