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Mr. Demeter geht in Rente

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Achim Wagner
Achim Wagner © Demeter

16 Jahre lang war Achim Wagner bei Demeter der Ansprechpartner für den Bio-Fachhandel. Jetzt verabschiedet er sich in den Ruhestand und zieht Bilanz.

2004 startete Demeter sein Partner-Konzept für den qualitätsorientierten Fachhandel, um ihn zu mehr Demeter-Engagement in Listung, Beratung, Marketing und Verkaufsaktivitäten zu bewegen. Zeitweise nutzten mehr als 550 Bioläden und Reformhäuser dieses Konzept, um ihre Demeter-Kompetenz hervorzuheben. Für sie war Achim Wagner das Gesicht des Demeter-Aktiv-Partner-Konzepts: Immer ansprechbar, unermüdlich unterwegs, obwohl „der Aufwand für eine Person mit geringem Zeitbudget nur mit Abstrichen leistbar war“, wie er in einer Mail schreibt, mit der er sich von Demeter-Mitgliedern und Wegbegleitern verabschiedete. Die vielen Messegespräche, Vor-Ort-Besuche, Entwicklung und Betreuung von Marketingaktionen, „all dies hat mir (zumeist) sehr viel Freude bereitet, und mich in meinem Tun oft bestärkt, am ‚richtigen’ (Arbeits)Platz zu sein.“

Ein wichtiger Teil seiner Arbeit war die Weiterbildung. „Mehr als 1.000 Mitarbeiter*innen vor allem im Bio-Fachhandel, aber auch in Lebensmittelmärkten, im Großhandel und bei Verarbeitern konnten im Rahmen meiner Mitarbeiterworkshops ein ‚erstes’ Bild zum biodynamischem Impuls in sich entstehen lassen, ihr Wissen erweitern“, schreibt Wagner. Viele von ihnen hätten auch vertiefende Seminare besucht. Einige Unternehmen hätten die Workshops für ihre Mitarbeiter*innen regelmäßig wiederholt und täten dies auch weiterhin. Er selbst werde auch im Ruhestand noch einzelne Kurse geben.

Die Marktöffnung als schmaler Grat

Achim Wagner geht in seiner Mail auch auf den „schmalen Grat zwischen qualitätsorientierter bzw. quantitätsgeleiteter Marktöffnung“ ein. „Noch deutlich in Erinnerung sind mir die jahrelangen Bemühungen, im Bio-Fachhandel Verständnis für die getroffenen Vertriebsbeschlüsse zu erlangen“, schreibt er. In Gesprächen mit Händlern und in der Gremienarbeit seien oft sehr kontroverse Ansichten diskutiert worden. Auch für ihn sei dies nicht immer einfach gewesen, „zumal ich den Weg wie er begangen wird, eher kritisch gesehen habe und nach wie vor sehe.“

In all den Jahren, schreibt Wagner, habe er viel gelernt „über den biodynamischen Impuls, die Stärken und Schwächen eines Verbandes, über Verwaltungsabläufe, marktpolitische Herausforderungen, Personalführung in ihren unterschiedlichen Facetten, engagierte Ladner die für die Demeter-Idee ‚brennen’, überzeugte Verarbeiter, denen Premium-Qualität á la Demeter ein Herzensanliegen ist, und vieles mehr.“ Das große Engagement vieler Menschen für die biodynamische Idee werde ihm in Erinnerung bleiben. Er wünsche sich, „dass die Strahlkraft der Demeter-Marke auch in fünf bis zehn Jahren noch sichtbar ist und der Bio-Fachhandel sich mit ihr noch (wieder) als Qualitäts-Fachgeschäft profilieren kann“.

Ganz aufs Altenteil zurückziehen wird sich Achim Wagner nicht. „Neben der Unterstützung von Schutzsuchenden bei uns hier in Wetzlar beschäftigt mich das Thema Würde in all seinen Facetten“, schreibt er. „Dazu engagiere ich mich in einem Verein, den ich mit gegründet habe." Mehr dazu unter www.wuerdekompass.org. "Würde in Unternehmen" und "Würde und Führung" sind Aspekte, die ihn dabei besonders interessieren. Könnte sein, dass er irgendwann mit diesen Themen wiederkommt.

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