Anzeige

organic-market.info | Mediadaten | Impressum | Datenschutz

Wein-Skandal aus Rheinhessen: Bio nur am Rande betroffen

von Redaktion (Kommentare: 1)


Weinrebe
Weinrebe. Symbolbild © Pixabay/Free-Photos

Die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach ermittelt gegen eine Kellerei aus Rheinhessen. Es gebe den Verdacht auf banden- und gewerbsmäßigen Betrug sowie Irreführung nach dem Weingesetz und nach dem Ökolandbaugesetz.

Daraus ist in den Medien ein „Öko-Wein-Skandal“ geworden, der so keiner ist, stellte Michael Brandt, leitender Oberstaatsanwalt im Gespräch mit bio-markt.info klar. Zwar gebe es Hinweise darauf, dass auch Öko-Weine mit konventionellen Weinen gemischt worden seien. Im Verhältnis zu anderen möglichen Verschnitten sei diese Menge aber gering, so Brandt. Es gehe um mehrere tausend Liter vermutlich falsch deklarierten Öko-Wein gegenüber bis zu einer Million Liter, bei der der Verdacht nahe liegt, dass auf andere Weise gepanscht wurde. Man prüfe etwa, ob Tafelweine mit Qualitätsweinen zusammengeflossen sind, sowie mögliche überregionale Verschnitte.

Das Sat1-Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen hat über den Fall einen zweiminütigen Video-Beitrag gemacht, der sich hauptsächlich um die vermeintlich falsch deklarierten Öko-Weine dreht. Darin zu sehen ist auch Ralph Dejas, Geschäftsführer von Ecovin, Bundesverband Ökologischer Weinbau, zu Wort kommt. Er sagt, die Kellerei um die es im Verdachtsfall gehe, sei nicht Mitglied seines Verbandes.

Zuerst hatten die Zeitungen der Rhein-Main-Verlagsgruppe berichtet.

Der Artikel wurde am 22. Juli 2019 aktualisiert.

Zurück

Uns interessiert Ihre Meinung. Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum Thema!


Kommentar von Erich Hartl |

Wer die Geschichte der Weinskandale der letzten 50 Jahre kennt, müsste wissen, dass Sie größtenteils nicht den Weingütern, sondern dem Offen-Weinhandel und Wein-Abfüllern zuzuschreiben sind. Letztere profitieren von der Unwissenheit der Verbraucher, die den Unterschied zwischen einer Gutsabfüllung und eines "anonymen" Weins ohne Herkunftsangabe nicht kennen.
Unabhängig davon ob es sich um konventionellen Wein oder um Biowein handelt, ist es nicht das Ziel des Handels, Bulk-Wein, also Wein im Tank zu kaufen, zu verschneiden, zu stabilisieren, zu schönen, den Geschmack Mainstream passend zu verändern um seine Qualität zu verbessern, sondern den Gewinn zu steigern. Ihre Herkunft ist für den Konsumenten nicht nachvollziehbar, weil sie auf den Flaschenetiketten nicht angegeben werden muss. Auch ein Preisvergleich ist deshalb nicht möglich.
In Anbetracht eines riesigen Angebots an so genannten Eigenmarken, also von anonymen Bioweinen deutschen und ausländischen Ursprungs die nicht auf den Weingütern, sondern von diversen Händlern in Flaschen gefüllt wurden, wäre es keine Überraschung, wenn auch da mal ein schwarzes Schaf dabei wäre.
Auf Ihr Wohl,
Erich Hartl


Jetzt teilen

Anmeldung
Newsletter

Anzeige

Anzeige