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Mein Kalb bleibt bei mir

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Kuh und Kalb
Kuh und Kalb vereint – für einige Monate bei der mutter- oder ammengebundenen Kälberaufzucht. Symbolbild © Pixabay/alsen

Vorbildlich artgerecht: Auf den 28 Betrieben der Erzeugergemeinschaft Demeter HeuMilch Bauern Süd bleiben die Kälber ab Mai 2019 bei ihren Müttern oder Ammenkühen. Das ist nicht selbstverständlich.

Auch die allermeisten Bio-Milchbauern trennen nach wenigen Tagen die Kälber von ihren Müttern. Zwar bekommen die Kleinen weiterhin für drei Monate Kuhmilch zu trinken, aber aus dem Eimer, nicht von Mamas Euter. Tierrechtler kritisieren diese Praxis seit langem. Die Alternative dazu heißt mutter- oder ammengebundene Kälberaufzucht. Dabei bleiben die Kälber einige Monate bei ihrer Mutter oder Ammenkühen und können dort säugen. Bisher gibt es deutschlandweit einige Dutzend Betriebe, die ihre Kälber so halten.

Umstellung als Herausforderung

Nun haben 28 Demeter-Betriebe aus dem Allgäu, Oberschwaben und dem Bodenseekreis diese Haltungsform für sich verbindlich festgelegt. Sie vermarkten als Erzeugergemeinschaft ihre Demeter Heumilch gemeinsam über den Naturkosthandel, an Käsereien und den LEH. „Wir sehen die mutter- und ammengebundene Kälberaufzucht als besonders wesensgemäße Art der Haltung an, denn sie kommt den Bedürfnissen der Kälber und ihren Müttern besonders entgegen. Der Sozialkontakt, das Belecken, die Körperpflege durch ihre Mütter und Ammen und das Saugen am Euter tun den Kälbern gut“, erklärt Demeter-Landwirt Rolf Holzapfel von der Erzeugervereinigung.

Die Umstellung sei für die Höfe eine Herausforderung im Stallbau und Herdenmanagement, aber auch bei der Vermarktung, denn die Mehrkosten für diese aufwändige Haltung müssen wieder hereinkommen. „Wir und unsere Partner glauben, dass Verbraucherinnen und Verbraucher bereit sind, mit einem etwas höheren Preis diese besonders wesensmäßige Form der Haltung mit zu tragen“, ist Rolf Holzapfel optimistisch. Demeter-Vorstand Alexander Gerber lobte die Umstellung als „ganz tolles Leuchtturm-Projekt, das es in so großem Stil bisher nicht gibt.“

Schrot&Korn besuchte für Heft 12/2017 eine Pionierin der muttergebundenen Kälberhaltung.

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