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Mehr Küchen könnten biozertifiziert sein

von Redaktion (Kommentare: 0)


Blick durch Küchendurchreiche im Restaurant
Obwohl sie Bio-Zutaten verwenden, verzichten viele Küchen auf eine Zertifizierung. Symbolbild © Pixabay/olafBroeker

Viele Gastronomen und Kantinen verwenden zwar Bio-Zutaten, lassen sich aber nicht als Bio-Küche zertifizieren. Ein Forschungsprojekt soll herausfinden, was sie davon abhält.

Die Bio-Zertifizierung von Restaurants, Kantinen und anderen Einrichtungen der Außer-Haus-Verpflegung (AHV) ist nicht EU-weit geregelt, sondern auf Ebene der Mitgliedsstaaten. In Deutschland schreibt das Ökolandbau-Gesetz vor, dass AHV-Betriebe, wenn sie Bio-Zutaten in ihren Gerichten ausloben oder damit werben, sich zertifizieren lassen müssen. Über 2.500 zertifizierte Bio-AHV-Betriebe gibt es in Deutschland. Mindestens ebenso viele, schätzen Experten, verarbeiten Bio ohne Zertifikat.

Das Beratungsunternehmen a’verdis und der Öko-Zertifizierer GfRS evaluieren derzeit das in Deutschland etablierte Kontrollverfahren für die Außer-Haus-Verpflegung. Dazu ermitteln sie, warum Küchen am Kontrollverfahren teilnehmen, sich gegen eine Zertifizierung entscheiden oder warum sie wieder aus dem Verfahren aussteigen. In enger Abstimmung mit Praktikern und mit Öko-Referenten der Bundesländer erarbeiten sie anschließend Vorschläge, um das Ökolandbau-Gesetz anzupassen. Erste Ergebnisse sollen im Januar 2020 vorliegen.

Bio-Zertifizierung soll praxisgerechter werden

Das Projekt soll bei den Küchen die Akzeptanz für eine Bio-Zertifizierung erhöhen und auf der Ebene der zuständigen Länderbehörden und Öko-Kontrollstellen eine praxisgerechte Umsetzung des Zertifizierungsverfahrens gewährleisten, heißt es in der Mitteilung der beiden Unternehmen. „Unser Ziel ist es, unnötige Bürokratie bei der Bio-Zertifizierung zu vermeiden, aber auch Verbraucherschutz und fairen Wettbewerb sicherzustellen", betont Carolin Möllenbeck, die das Verbundvorhaben bei der GfRS betreut.

Mit „fairem Wettbewerb“ spricht Möllenbeck an, was vielen zertifizierten Betrieben ein Dorn im Auge ist: Wer sich nicht zertifizieren lässt, spart sich getrennte Lagerhaltung, ausgiebige Dokumentation sowie die Kosten für die jährliche Zertifizierung, die 400 Euro und mehr betragen können. Das ist in Ordnung, solange sie nicht mit Bio werben. Viele tun es trotzdem, weil die Behörden sich kaum darum kümmern. Und das verzerrt den Wettbewerb. Um diese Praxis abzustellen, braucht es allerdings keine Änderungen im Ökolandbau-Gesetz, sondern einen ordentlichen Vollzug des Gesetzes durch die zuständigen Behörden der Bundesländer.

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