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Mangelnde Nachfrage: Schweizer Bio-Landwirte müssen Milch billiger verkaufen

von Michael Stahl (Kommentare: 0)


Bauer beim Melken einer Kuh.
Bauer beim Melken einer Kuh. © Zacchio / Shutterstock

Die Nachfrage nach Bio-Milch in der Schweiz wächst, aber nicht stark genug. Viele neu umgestellte Bio-Höfe müssen zu einem tieferen Preis an den konventionellen Handel liefern.

Ab 2020 werden hunderte Schweizer Landwirtschaftsbetriebe neu biologisch produzieren. Doch die Milchbauern unter ihnen stellt das vor Probleme. Zwar steigt die Nachfrage nach Bio-Milch in der Alpenrepublik, doch das Wachstum ist nicht stark genug. Bio-Umsteiger müssen deshalb länger als geplant ihre Milch zu einem tieferen Preis an den konventionellen Handel liefern, berichtet der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID).

Ab dem neuen Jahr gibt es dem LID zufolge rund 155 weitere Milchproduzenten, die nach den Richtlinien von Bio Suisse produzieren. Damit kämen weitere 23 Millionen Kilogramm Milch dazu, das entspricht laut LID neun Prozent des bestehenden Marktes. Das Angebot von Biomilch überschreite für 2020 definitiv die Nachfrage, heißt es beim Verein Mittelland Milch.

Bio Suisse will Nachfrage nach Bio-Milch ankurbeln

Als erste Maßnahme gegen das Überangebot werden die Biomilchorganisationen (BMO) Wartelisten führen, berichtet der Schweizer Informationsdienst SID. Bio Suisse wolle zudem gemeinsam mit Marktakteuren die Absatzförderung direkt an den Verkaufsstellen intensivieren, um die Nachfrage anzukurbeln.

Milchprodukte sind laut Bio Suisse die größten Umsatzträger im Bio-Markt. Laut SID produzieren insgesamt rund 3300 Betriebe in der Schweiz über 245.000 Tonnen Milch in Bioqualität.

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