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Kommentar von Georg Rieck |

Sehr geehrter Herr Bock,
„Lidl will zum nachhaltigsten Discounter Deutschlands werden. Der Verkauf von Biolebensmitteln wachse bei Lidl "im zweistelligen Bereich". Lidl wolle mit der neuen Strategie vor allem die Konkurrenten Aldi Nord und Aldi Süd angreifen.“
Inwiefern, bitte, ist die Preisdruckspirale eine Strategie der Nachhaltigkeit? Das müssen sie mir erklären, Herr Bock! Augenscheinlich sind das eher Gegensätze.
"Die liegen beim Umsatz mit Bio vor uns und das wollen wir in den nächsten Jahren ändern."
Eine ausgesprochen originelle Idee, die ganz sicher das Gegenteil von Nachhaltigkeit bewirkt, wenn Sie diesen albernen Kampf mit Aldi um die Preisführerschaft auf dem Rücken der Bio-Produkte genauso schlau durchführen, wie sie das mit den Markenprodukten tun… oder mit den fair Bananen...(Sie setzten erst kürzlich den Preis für Fairtrade-zertifizierte Bananen auf 1,09 Euro herab. Das entspricht dem noch 2018 marktüblichen Preis für konventionelle Bananen ohne entsprechende Zertifizierung. Für Banafair sind 1,65 € die Untergrenze für den Abgabepreis an den Handel.)
Das ist doch gequirlter Irrsinn … Oh - jetzt erkenne ich Sie: Sie sind der schwarze Ritter von Monty Python! (https://www.youtube.com/watch?v=YMZ6FvpvleA)
Sie sagen: „Mit den kleinen Bioläden wolle Lidl hingegen nicht konkurrieren. "Denen wollen wir keine Marktanteile abjagen."“
Neinnneinnein – ganz bestimmt nicht! Das wird nur ein kleiner Kollateralschaden, den Sie dann später krokodilstränenhaft bedauern werden … ist scheint´s auch von Monty Python: Killerkaninchen!
Preisdruck auf Bioprodukte führt zu Preisdruck auf Bio-Produzenten führt zu Druck auf die Anbaumethoden, führt zu Druck auf die ökologische Qualität führt zu … das war´s dann mit Bio!

Ob die Bioladen - Gründergeneration in den siebziger Jahren vielleicht doch recht hatte mit dem Ansatz, dass es einen Systemwechsel braucht? Dass Lebensmittel nicht in die Hände des Raubtier-Kapitals fallen dürfen? Oder in die Fänge seiner Bluthunde - ?

Niemand sollte Ihnen auch nur ein Millimeterchen glauben, solange Sie ihre Einkäufer nicht anweisen, generell der Preisdrückerei abzuschwören! Das wäre eine echte Strategie für Nachhaltigkeit!
Mit freundlichen Grüßen
Georg Rieck

Kommentar von Christine Reich |

Sehr geehrter Herr Rieck, Danke für Ihren beherzten Beitrag!
Immer mehr, immer billiger, Marktkonzentration und Preisdumping machen Mensch und Umwelt krank. Wer sich heute immer noch nicht für die Umwelt interessiert, den sollte zumindest der rasante Anstieg an Nahrungsmittelunverträglichkeiten bedenklich stimmen. Bereits 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung in Industrieländern ist davon betroffen. Auf gut Deutsch: 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung wird es beim, bzw. nach dem Essen übel. Sich billig zu ernähren, die grundsätzliche Entwertung von Lebensmitteln, von Tieren, Pflanzen, Böden, Wasser, Luft und Arbeitskräften kommt uns alle teuer zu stehen. Wie schön, dass es mit Greta Thunberg und fridaysforfuture wieder eine neue, junge Bewegung gibt, die sich für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur und eine ganzheitliche Betrachtung der Welt interessiert. Mit herzlichen Grüßen, Christine Reich und Dr. Reich´s Family


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