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LEH bringt einheitliches Tierwohl-Label – und lässt Bio außen vor

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Rinderstall mit Bauer im Hintergrund
Wie Tiere wie zum Beispiel Rinder gehalten werden, soll im LEH demnächst ein neues Label abbilden. Symbolbild © Shutterstock/JP WALLET

Während das staatliche Tierwohl-Label nicht in die Puschen kommt, macht der Lebensmittelhandel Nägel mit Köpfen. Aus den im vergangenen Jahr vorgestellten Auslobungen einzelner Ketten wird ein einheitliches Label.

Label mit vier Stufen

Auf dieses Modell haben sich Handelskonzerne, Fleischwirtschaft und Erzeugerverbände bereits seit längerem im Rahmen ihrer Initiative Tierwohl verständigt:

1. Stallhaltung: entspricht den gesetzlichen Anforderungen.
2. Stallhaltung plus: u.a. zehn Prozent mehr Platz und zusätzliches Beschäftigungsmaterial für die Tiere.
3. Außenklima: garantiert noch mehr Platz und Frischluft-Kontakt.
4. Premium: die Tiere bekommen Auslauf ins Freie.

Schon bisher bekamen Landwirte, die ihre Tiere nach den Anforderungen der Stufe 2 hielten, über einen Fonds des Handels etwas mehr Geld pro Kilo. Nur ausgelobt wurde dies nicht, weil das Fleisch nicht getrennt verarbeitet wurde.

Im Frühjahr 2018 begannen die Handelskonzerne, getrennte Warenströme einzuführen und ihr Eigenmarken-Feisch nach diesem Schema zu kennzeichnen.

Nun haben sich die Handelskonzerne auf eine inhaltlich und optisch einheitliche Kennzeichnung verständigt, hinter der auch Fleischwirtschaft und Bauernverband stehen. Ab dem 1. April 2019 soll das System schrittweise eingeführt werden - zunächst bei verpackten Produkten.

Label unterscheidet nicht klar zwischen Bio und Freiland

Biofleisch soll der vierten Stufe ‚Premium’ gleichgestellt werden. Die sehr allgemein beschriebenen Haltungsbedingungen passen für konventionelle Freiland-Betriebe. Alle anderen unterschiedlichen Kriterien zwischen Freiland und Bio werden durch die einheitliche ‚4’ verwischt.

 

"Damit kommen wir
in diesem Kennzeichnungssystem
praktisch nicht vor"

– Bioland-Sprecher Gerald Wehde
zur Frankfurter Rundschau.

 

„Bei Bio haben zum Beispiel Schweine 50 % mehr Platz als die obere konventionelle Stufe und dreimal mehr als beim gesetzlichen Mindeststandard, alle Tiere bekommen Bio-Futter und der Medikamenteneinsatz ist viel strenger geregelt", nennt Peter Röhrig, Geschäftsführer des Bio-Dachverbandes BÖLW im Gespräch mit bio-markt.info, einige Beispiele. „Bio bräuchte in diesem System eine eigene Stufe“, lautet sein Fazit. Mittelfristig plädiert er für ein EU-weites verpflichtendes Kennzeichnungssystem, wie es bei Eiern längst üblich ist.

Mit staatlichem Tierwohl-Label grundsätzlich vereinbar

Das neue System des Handels sei so konzipiert, dass es grundsätzlich mit einer staatlichen Kennzeichnung vereinbar sei, erläuterte die Initiative Tierwohl.

Das von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner favorisierte freiwillige staatliche Label soll drei Stufen haben, die alle über dem gesetzlichen Standard liegen. Das würde zu den Stufen zwei bis vier des LEH-Labels passen. Aber nur, wenn sich das staatliche Label an dessen Vorgaben orientiert.

Bisher will die Ministerin für Schweine bereits beim Einstieg deutlich mehr Platz, während das LEH-Label nur zehn Prozent zusätzlich fordert. Da Bauernverband und Schweinehalter das LEH-Label mittragen ist absehbar, dass die Ministerin sich hier einordnen muss.

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