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Legehennen: Deutschland droht Ärger mit der EU

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Hühner auf Wiese
Symbolbild © Shutterstock/PRESSLAB

Die EU-Kommission verlangt von Deutschland, dass auch die Elterntiere von Legehennen Auslauf erhalten. Passiert das nicht, droht die Kommission mit einem Verfahren, meldete die Neue Osnabrücker Zeitung.

Bio-Legehennen müssen raus ins Freie. Doch was ist mit den Elterntieren, mit deren Hilfe die Züchter neue Bio-Küken produzieren? In den deutschen Bundesländern ist das unterschiedlich geregelt, wie die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) schreibt: In Niedersachsen müssten die Elterntiere Zugang ins Freie haben, während in Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen ein überdachter Auslauf reiche.

Über 50.000 Elterntiere betroffen

„Wir weisen daraufhin, dass es in der EU-Öko-Verordnung bisher an expliziten Regelungen für die Elterntierhaltung mangelt“, zitiert die NOZ die nordrhein-westfälische Öko-Behörde. Das stimmt zwar, allerdings gilt nach Ansicht der EU-Kommission der allgemeine Grundsatz der Öko-Verordnung, dass Biotieren Auslauf zu gewähren sei, auch für Elterntiere. Laut NOZ kam deshalb „nach zahlreichen Briefwechseln zwischen Brüssel und Berlin“ die zuständige Landwirtschaftsdirektion der EU-Kommission zu dem Ergebnis, dass eine dauerhafte Unterbringung im Stall nicht erlaubt sei. Sie empfehle deshalb, ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland einzuleiten. Nach Angaben der NOZ soll das Landwirtschaftsministerium von Mecklenburg-Vorpommer in einem Schreiben an die Geflügelverbände bereits deutlich gemacht haben, dass die Tiere Freigang haben müssen.

Betroffen sind von der Auseinandersetzung über 50.000 Elterntiere, die den Nachwuchs für die 5,4 Millionen Bio-Legehennenplätze in deutschen Bio-Ställen produzieren. Denn seit 2017 ist es bei Legehennen in Deutschland Pflicht, Bio-Küken einzustallen. Im Mastbereich stammen die Küken schon länger von Bio-Eltern ab.

Bio-Verbände zur Elterntierhaltung

Die in der Züchtung und Elterntierhaltung engagierten deutschen Bio-Verbände halten wenig von einer Freilandhaltung der Elterntiere. „Die Risiken für die Betriebe, ihre Bestände zu verlieren bzw. geschwächte Tiere in Umlauf zu bringen ist andernfalls zu hoch“, lautete das Fazit eines Fachgesprächs im April 2015, zu dem der Bio-Dachverband BÖLW eingeladen hatte. Dessen Teilnehmer sprachen sich dafür aus, „die in Deutschland und anderen Staaten bereits praktizierte Möglichkeit des geschützten Auslaufs auch weiterhin zu erhalten, um eine ökologische Elterntierhaltung und Zucht zu ermöglichen“.

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