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Länder-Ökobehörden: Küken müssen Bio sein

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Die vier Bundesländer mit den meisten Bio-Legehennenbetrieben haben den Eiererzeugern per Erlass vorgeschrieben, dass sie nur noch Legehennen einstallen dürfen, die schon als Bio-Küken zur Welt kamen. Ausnahmen sind nur noch in wenigen Fällen möglich.

Anlass der gleichlautenden Regelungen in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein war eine Beschwerde der Erzeugergemeinschaft Fürstenhof. Der größte deutsche Bio-Eiererzeuger hält selbst eine große Herde von Bio-Elterntieren und ist Miteigentümer einer Bio-Brüterei, in der diese Eier ausgebrütet werden. Fürstenhof-Chef Friedrich Behrens hatte in einer offiziellen Beschwerde an die EU-Kommission moniert, dass in den Niederlanden grundsätzlich konventionelle Küken in Bio-Betrieben eingestallt und dann zu Bio-Junghennen großgezogen würden. Diese Junghennen würden auch an deutsche Eiererzeuger verkauft, wodurch diese einen Kostenvorteil gegenüber den Betrieben hätten, die die teureren Bio-Küken einstallen. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer schätzte in der taz, dass die Niederländer jedes Jahr 1 bis 1,5 Millionen Junghennen in mehrere deutsche Bundesländer verkaufen.

Damit ist jetzt Schluss, denn die diesen Sommer erlassenen Regelungen der Bundesländer verpflichten die Eiererzeuger dazu, Junghennen einzustallen, die schon als Bioküken (mit Bio-Eltern) zur Welt kamen: Denn davon gebe es genug, rechnet etwa Niedersachsen vor: „Bei aktuell ca. 53.000 Bio-Elterntieren für die ökologische Legehennenhaltung in Deutschland können bei entsprechender Nachfrage rund 5 Mio. Öko-Küken (weiblich) schlüpfen. Bei aktuell ca. 3,8 Mio. gehaltenen Bio-Legehennen in Deutschland sind damit ausreichend Bio-Küken verfügbar.“

Nur im Ausnahmefall, wenn die Verfügbarkeit nicht gegeben sei „z.B. für spezifische alte Rassen bei Kleinerzeugern, können Junghennen eingesetzt werden, die aus konventionellen Küken aufgezogen wurden“, heißt es in dem Erlass.

Weil die Eiererzeuger langfristig planen und neue Junghennen bis zu einem halben Jahr im Voraus bestellen, haben die Bundesländer Umsetzungsfristen gesetzt. Im niedersächsischen Erlass (der bereits im August 2016 veröffentlicht wurde) gibt es deshalb eine Ausnahme für Junghennen, „für die Lieferverträge vor dem 01. September 2016 abgeschlossen wurden und die vor dem 01. April 2017 in den Legehennenstall mit einem Alter von mindestens 16 Lebenswochen eingestallt werden.“ Ab April 2017 gibt es dann nur noch Bio-Küken. „Wir stopfen ein Schlupfloch in der EU-Ökoverordnung und sorgen für mehr Bio, Fairness und Transparenz", lobte Christian Meyer sich und seine Kollegen.

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