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Kupfer bleibt als Spritzmittel erhalten

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Eine landwirtschaftliche Maschine gibt Spritzmittel auf ein Feld.
Um Kupfer als Spritzmittel abzulösen, braucht es laut Experten noch Zeit und Ressourcen. © Pixabay/hpgruesen

Kupfer darf weiterhin als Mittel gegen Pilzkrankheiten eingesetzt werde. Denn Ersatz ist nicht in Sicht.

Die EU-Kommission hat den Mitgliedsstaaten vorgeschlagen, die Zulassung für den Wirkstoff Kupfer um weitere sieben Jahre zu verlängern und die erlaubte Menge auf vier (bisher sechs) Kilogramm Kupfer pro Hektar und Jahr zu begrenzen. Das berichtete Eric Liegeois aus der Abteilung Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission auf der dritten Europäischen Tagung zu Kupfer im Julius Kühn-Institut (JKI).

Kupfer vorerst unverzichtbar

Dort diskutierten etwa 100 Wissenschaftler, Praktiker und Berater aus insgesamt acht Ländern ihre Erfahrungen bei dem Versuch, den Einsatz des umstrittenen Wirkstoffs zu verringern. Als Fazit schrieb das JKI: „Vor allem in Sonderkulturen wie dem Obst- und Weinbau, Gemüse, aber auch Kartoffeln können weder konventionell noch ökologisch wirtschaftende Betriebe auf absehbare Zeit auf Kupfer als Pflanzenschutzmittel verzichten.“ Zur weiteren Reduktion des Kupfereinsatzes brauche es Zeit und Ressourcen für Forschung und Entwicklung. Nur dann könnten Lösungsansätze aus dem Labor erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden.

Komplizierte Risikobewertung

Ein Schwerpunkt der Veranstaltung war die Frage, wie potenzielle Risiken von Kupfer für Mensch und Umwelt wissenschaftlich korrekt bewertet werden können. Die gängigen Bewertungsverfahren seien auf synthetische Substanzen ausgerichtet, die im Ökosystem natürlicherweise nicht vorkämen, schreibt das JKI. Bei einem natürlich vorkommenden Stoff wie Kupfer machten zahlreiche Faktoren wie der Gehalt organischer Bodensubstanz, der pH-Wert, die Witterung, Alterungsprozesse oder die vorhandene Hintergrundkonzentration eine umfassende Umweltbewertung kompliziert.

 

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