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KTG-Pleite: Manager auf der Anklagebank

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Justitia
Symbolbild © Shutterstock/Hans-Joerg Nisch

Zwei Jahre nach der spekulären Insolvenz des Agrarkonzerns KTG Agrar hat nun die juristische Aufarbeitung begonnen. In einem Zivilprozess verhandelt das Hamburger Landgericht über Schadenersatz-Ansprüche gegen acht ehemalige Vorstände und Aufsichtsräte, darunter auch der frühere Vorstand Siegfried Hofreiter.

Schadenersatz von 189 Millionen Euro gefordert

Geklagt hat Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus, der 189 Millionen Euro von den für die Pleite verantwortlichen Managern fordert. Der Verwalter wirft ihnen vor, die tatsächliche Lage des Unternehmens verschleiert und die Insolvenz dadurch um mehr als ein Jahr verschleppt zu haben. Dadurch seien die Gläubiger massiv geschädigt worden. Zwar hatte das Unternehmen für Vorstand und Aufsichtsrat eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen, allerdings nur für Schäden bis zu 60 Millionen Euro. Ob die Versicherung im Falle einer Verurteilung zahlen müsste, ist unklar. Denn die Police gilt nicht bei „wissentlicher Pflichtverletzung“ der Manager. Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt wegen Insolvenzverschleppung gegen 13 Beschuldigte aus der Führung der KTG. Im April 2018 hatten die Ermittler Wohnungen und Geschäftsräume von ehemaligen Vorständen durchsuchen lassen, berichtete die Wirtschaftswoche.

Hintergrund zur Insolvenz der KTG Agrar

Die KTG Agrar hatte 800 Mitarbeiter und mehr als 46 000 Hektar bewirtschafteter Fläche vor allem in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, ein Großteil davon war Bio. Die Tochtergesellschaft KTG Energie betrieb zahlreiche große Biogasanlagen. Finanziert hatte das Unternehmen sein Wachstum durch Anleihen. Als sie deren Zinsen nicht mehr bedienen konnte, meldete KTG Agrar Insolvenz an. Die Anleger verloren rund 350 Millionen Euro. Das Unternehmen wurde im Oktober 2016 abgewickelt. Große Teile übernahm die Gustav-Zech-Stiftung aus Bremen.

Lesenswert: KTG-Themenseite des Magazins Finance


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Landwirtschaft

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