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Karl-Ludwig Schweisfurth verstorben

von Redaktion (Kommentare: 1)


Starb mit 89 Jahren: Karl-Ludwig Schweisfurth © Familie Schweisfurth

Vergangene Woche ist Karl-Ludwig Schweisfurth im Alter von 89 Jahren gestorben. Seine Familie würdigt ihn in einem Nachruf. Auch der Anbauverband Biokreis, dessen Ehrenmitglied er war, trauert um den engagierten Ökolandwirt und handwerklichen Lebensmittelverarbeiter, der seiner Zeit weit voraus war.

„Karl-Ludwig hatte bis zum Ende in Herrmannsdorf mit seinen Freunden und seiner Familie ein gesundes und gutes Leben. Hier hat er in den vergangenen Jahrzehnten gewirkt und einen Leuchtturm für eine zukunftsgerechte Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft erbaut, der weit über Deutschland hinaus bekannt wurde. Insbesondere das Tierwohl lag ihm als passioniertem Metzger nach tiefen Erfahrungen in seinem alten Leben „Herta - wenn‘s um die Wurst geht“ am Herzen. „Wir nehmen den Tieren das Leben, darum ist es uns eine ethische Pflicht, ihnen ein gutes Leben zu geben“, das war seine tiefe Mission. Er hatte mit 55 Jahren in Herrmannsdorf, Sonnenhausen und mit seiner gleichzeitig gegründeten Schweisfurth-Stiftung in München noch einmal ganz von vorne angefangen.

So entstand in Herrmannsdorf neben vielen anderen Projekten die „symbiotische Landwirtschaft“, die verdeutlicht, wie weit sich die Welt von der Natur abgekehrt hat. Sein letztes Projekt, das er im vergangenen Jahr mit Enthusiasmus vorangetrieben hat, war sein fahrbares Kaninchenparadies für Kinder.

So war er für uns alle immer der Mahner, aber auch der Reformer. Auch hat er das Wort „Schönheit“ als objektives Kriterium in jede Diskussion eingeführt, manchmal gegen Widerstände. „Verbreite Schönheit und die Schmetterlinge kommen wieder“.

Als leidenschaftlich handwerkender Metzger und exzellenter Koch war ihm nicht nur die hohe Qualität von Würsten und Schinken, sondern auch der Speisen, die wir aus den wertvollen und uns von der Natur geschenkten Lebens-Mitteln zubereiten, von höchster Wichtigkeit und hingabevollem Interesse. Diese Fähigkeiten haben alle, die an allen unseren Projekten und speziell an der Idee Herrmannsdorf beteiligt sind, bis zuletzt enorm bereichert.

Karl-Ludwig Schweisfurth wurde 89 Jahre alt. Geboren 1930 in Herten in Westfalen, wäre er im Juli 90 Jahre alt geworden. Wir werden das Werk in seinem Sinne fortführen und möchten uns bei ihm bedanken! Wir werden ihn sehr vermissen.

Es grüßt die gesamte Familie Schweisfurth, auch im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Herrmannsdorf, Sonnenhausen und der Schweisfurth-Stiftung in München.“

 

Biokreis trauert um Karl-Ludwig Schweisfurth

„Mitte der 1980er-Jahre gründete der Bio-Pionier Karl-Ludwig Schweisfurth in der Nähe von München die „Herrmannsdorfer Landwerkstätten“. Sie sind seitdem Mitglied im ökologischen Anbauverband Biokreis. Mit diesem Projekt für eine ökologische Landwirtschaft und handwerkliche Lebensmittelverarbeitung begeisterte Karl-Ludwig Schweisfurth die Menschen auf ganz besondere Art für Ökologie und Nachhaltigkeit.

Die Nachricht vom Tod von Karl-Ludwig Schweisfurth erreichte das Team des Biokreis am Wochenende. Die Mitarbeiter und Vorstände des Bioverbands bedauern den Verlust dieses vorausschauenden und für das Tierwohl engagierten Menschen zutiefst.

Biokreis-Geschäftsführer Sepp Brunnbauer: „Karl Ludwig Schweisfurth war ein Visionär, weil er sich zu einer Zeit, in der Ökolandbau belächelt wurde, für eine nachhaltige Landwirtschaft einsetzte. Er war Pionier für gute Lebensmittel und setzte Standards bei der Schlachtung und Verarbeitung von ökologischen Fleisch- und Wurstwaren. Und er war ein Botschafter für eine nachhaltige Wirtschaftsweise, weil er Qualität vor Quantität stellte und damit ein Signal der Entschleunigung setzte, das für viele zum Vorbild wurde.“

2011 verlieh der Biokreis dem engagierten Ökolandwirt die Ehrenmitgliedschaft. Sein Weitblick und sein Engagement für ökologische Landwirtschaft und handwerkliche Lebensmittelverarbeitung werden weiterhin wirken.“

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Kommentar von robert prosiegel |

Herr Karl Ludwig Schweisfurth war einer der ganz Großen. Sein Abdruck bleibt Generationen erhalten. Noch im Herbst durfte ich zwei Stunden mit ihm persönlich verbringen und war sehr beeindruckt, vor allen Dingen, weil er sich schon auf seinen Übergang vorbereitet hatte.


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