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60 Milliarden Euro für eine bessere Agrarpolitik

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


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Symbolbild © Shutterstock/Budimir Jevtic

Der EU-Agrar-Atlas 2019 liefert eindrucksvolle Daten zur EU-Agrarpolitik – und erklärt, warum diese sich dringend ändern muss.

Die Europäische Union gibt jedes Jahr 60 Milliarden Euro für ihre Agrarpolitik aus. 2019 entscheidet die EU, nach welchen Spielregeln dieses Geld in den Jahren nach 2020 verteilt wird. Aus diesem Grund haben der Umweltverband BUND und die Heinrich-Böll-Stiftung in ihrem Agrar-Atlas 2019 Fakten und Daten zur EU-Landwirtschaft zusammengestellt. Von der ungleichen Verteilung der Subventionen über Tierhaltung, Artenschutz und Ökolandbau bis zur Grundwasserbelastung reicht die Palette der Themen.

Die Zahlen zeigen eindrucksvoll, wie die derzeitige Verteilung der Subventionen die Konzentration und Industrialiserung der Landwirtschaft befördert. Umwelt, Klima, Tiere und auch die Mehrzahl der Bauern bleiben dabei auf der Strecke.

Barbara Unmüßig, Vorsitzende der Heinrich-Böll-Stiftung, kommentierte die Zahlen so: „Wir brauchen genau das Gegenteil von dem, was wir haben: eine mutige Agrarpolitik mit klaren, verbindlichen Zielen, die den Wandel zu einer ökologischen Landwirtschaft fördert und lebenswerte, demokratische ländliche Regionen in Europa unterstützt.“ Die Agrargelder müssten endlich in die Bereiche der Landwirtschaft fließent, die den Menschen wichtig seien wie Natur, Tierwohl und die Förderung kleiner und mittlerer Betriebe oder Klimaschutz.

3 Fakten zur EU-Landwirtschaft aus dem Agrar-Atlas 2019

  • In der EU haben zwischen 2003 und 2013 ein Drittel aller Bauernhöfe aufgegeben. Ihre Flächen übernahmen andere. Heute bewirtschaften 3,1 Prozent aller Betriebe mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche.
  • Mehr als 30 Prozent der Gesamtsumme der Direktzahlungen entfallen auf nur 131.000 der insgesamt 6,7 Millionen Betriebe in der EU.
  • EU-weit trägt die Landwirtschaft 9,7 Prozent zum Ausstoß an Treibhausgasen bei.

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