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Hessische Felder bald ganz ohne Glyphosat?

von Redaktion (Kommentare: 2)


Feld wird mit Glyphosat gespritzt
Glyphosat auf Feldern soll es in Hessen möglichst bald nicht mehr geben. Dafür setzt sich die hessische Landwirtschafts- und Umweltministerin Priska Hinz mit einer Stragtegie zum Glyphosat-AUsstieg ein. © Pixabay/hpgruesen

Die hessische Landwirtschafts- und Umweltministerin Priska Hinz hat vergangene Woche ihre Strategie zum Glyphosat-Ausstieg vorgestellt. Im Umweltausschuss des Hessischen Landtags in Wiesbaden sagte sie, Ziel sei es, den Einsatz von Glyphosat schnellst möglich zu beenden. „Natürlich brauchen wir den Ausstieg nicht nur in Hessen, sondern bundes- und europaweit. Deshalb müssen wir erreichen, dass die EU-Genehmigung des Wirkstoffs in maximal fünf Jahren endgültig ausläuft“, so Hinz.

Hessen will ökologische Landwirtschaft im Kampf gegen Glyphosat weiter fördern

Auf den Flächen, die vom Land Hessen selbst bewirtschaftet sind, komme bereits kein Glyphosat mehr zum Einsatz. Bei Wiederverpachtungen von Staatsdomänen werde der Glyphosatverzicht Teil neuer Pachtverträge. „Die Bestandspächter werden wir bei diesem Schritt individuell beraten und unterstützen“, kündigte die Ministerin an. Die landwirtschaftliche Beratung des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH) berät zu Alternativen zu Glyphosat und anderen Breitbandherbiziden. „Die große Nachfrage nach dieser Beratung zeigt, dass in der Landwirtschaft ein Umdenkprozess stattfindet. Die breite Öffentlichkeit sieht den Einsatz von Glyphosat ohnehin mehr als kritisch“, sagte Hinz. Agrarwissenschaftlichen Fakultäten und Landeseinrichtungen stellte sie die „vorrangige Aufgabe“, weitere alltagstaugliche und tragfähige Konzepte und alternative Methoden zu entwickeln und zu erproben.

Die ökologische Landwirtschaft soll der Ministerin zufolge weiter gefördert werden. „Seit 2014 ist die Ökoanbaufläche in Hessen dank unserer gezielten Förderprogramme um über 30 Prozent gestiegen. Und auch in der konventionellen Landwirtschaft werden vermehrt umweltfreundliche Methoden eingesetzt und auf Herbizide zunehmend verzichtet. Auch hierbei steht unsere Agrarförderung unterstützend an der Seite der Landwirtschaft“, erklärte Hinz. Zum Beispiel fördert das Land den Kauf von neuen Maschinen und Geräten der Außenwirtschaft, die zu einer deutlichen Minderung von Umweltbelastungen führen, in dem sie dabei helfen, Unkraut mechanisch zu bekämpfen.

Kein Glyphosat im hessischen Wald und auf Freiflächen

Im hessischen Staatswald wird seit 2016 kein Glyphosat mehr eingesetzt. „Den Verzicht auf sonstige Pflanzenschutzmittel haben wir in der neuen Richtlinie für die Bewirtschaftung des Staatswaldes festgeschrieben und uns auch im Rahmen der FSC-Zertifizierung darauf verpflichtet“, sagte Hinz. Nur noch in Ausnahmefällen und mit Genehmigung des Ministeriums könne Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. 

Hinz hatte 2015 die Anwendung von Glyphosat im öffentlichen Raum weitgehend ausgeschlossen. Neue Genehmigungen für den Einsatz auf allen Freilandflächen können nur noch in Ausnahmefällen erteilt werden. „Viele Kommunen in Hessen verzichten freiwillig auf den Einsatz von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln bei der Pflege ihrer Grün- und Verkehrsflächen oder wollen dies zukünftig tun“, so Hinz.


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Kommentar von Hartmut Heilmann, Dipl. Ing. Agr. |

„Kein Glyphosat“ ist keine positive Perspektive
Einerseits ist es ein positives Ziel, keine ökosystemfremden chemisch-synthetische Mittel auszubringen. Andererseits brauchen die Bauern Kenntnisse, wie sie mit dem „Unkraut“ umgehen können. Sicher gibt es viele Kulturbegleitpflanzen, welche Probleme bereiten können. Aber, wenn die Gare im Boden stimmt, werden Disteln, Quecke und Ampfer und mehrere Samenunkräuter nicht mehr zum Problem. Die zentrale Frage ist die der Gare im Boden, die nach der Getreideernte entwickelt werden muss, damit der Folgeertrag gesichert ist. Das geht am besten, wenn man diese Gare mithilfe einer zunächst flachen Bodenbearbeitung (Hobeln, Schälen o.ä.) weckt. Erst spätere Bodenbearbeitungen sollten die Krume mit diesem garen Bodenkörper mischen.

Kommentar von Udo Thiem |

Das es ohne Glyphosat geht zeigt die Biolandwirtschaft. Und nun hat auch ein Gericht in den USA Monsanto zu Millionenzahlungen an einen krebskranken verpflichtet, ein eindeutiges Signal für das Ende der Anwendung. Auch im Proseccogebiet ist das Mittel nicht mehr zugelassen, wann zieht Deutschland da endlich nach.



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