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Hessen fördert mehr Wertschöpfung, mehr Tierwohl, mehr Qualität in der Landwirtschaft

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz überreichte Förderbescheide von insgesamt 1,6 Millionen Euro für landwirtschaftliche Projekte, die durch Innovationen und Zusammenarbeit fortschrittliche Ideen entwickeln und erproben.

„Auch der ländliche Raum braucht neue, kreative und sogar unkonventionellen Ideen, damit landwirtschaftliche Betriebe wirtschaftlich erfolgreich bleiben. Dabei stehen die Vernetzung von verschiedenen Akteurinnen und Akteure und der Wissenstransfer im Fokus“, sagte die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz bei der Übergabe von Förderbescheiden in Wiesbaden. Vertreterinnen und Vertreter von insgesamt sechs sogenannten „Operationellen Gruppen“ (OG) erhielten Bewilligungsbescheide für Fördersummen von insgesamt 1,6 Millionen Euro.

„Neben der wirtschaftlichen Förderung des ländlichen Raums geht es dabei auch um den Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt und den Herausforderungen, die sich im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Klimawandelanpassung stellen“, so die Ministerin weiter. Das Land Hessen unterstützt Projekte aus der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft sowie dem Wein- und Gartenbau zu 20 Prozent mit Landesmitteln und zu 80 Prozent mit EU-Geldern des „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER) und verfolgt damit die Ziele der Europäische Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ (EIP-Agri), heißt es in einer Presseerklärung des hessischen Ministeriums.

 Zehn Vorhaben seit 2015 gefördert

„Die eingegangenen Projekte belegen eindrücklich, dass auch kleine auf Nachhaltigkeit bedachte landwirtschaftliche Akteurinnen und Akteure wegweisende Fortschritte für die ganze Branche erzielen können. Gerade für ein Land wie Hessen, mit einer kleinteiligen Struktur in der Landwirtschaft ist das ein sehr positives Signal“, kommentierte Ministerin Hinz. Seit 2015 konnten bereits zehn Vorhaben bewilligt werden. Nun wurden die Förderbescheide für die dritte Bewilligungsrunde überreicht. In den Projekten aus den Regionen Schwalm-Eder, Hersfeld-Rotenburg, Werra-Meißner und Gießen arbeiten landwirtschaftliche Betriebe und Wissenschaftler gemeinsam an Verbesserungen und neuen Möglichkeiten in der Landwirtschaft.

Die OG „Biogemüse“ will den innovativen Biogemüsebau in Nordhessen im Rahmen der landwirtschaftlichen Fruchtfolge sowie die Verarbeitung zu verkaufsfertigen Frischprodukten und Produkten für Großküchen verbessern und damit eine regionalen Wertschöpfungskette etablieren. Hierzu sind neben Anbauversuchen auch technische Innovationen wie die Anpassung von Gerätschaften an die Bedürfnisse einer kleinteiligeren Produktion geplant. Gleichzeitig sollen Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung geschaffen werden.

Die OG „Bruderhahn“ will auch die männlichen Küken in die Mast zu integrieren. Auf ökologisch wirtschaftenden Betrieben sollen daher sogenannte Hybridlegelinien gemästet werden, um zu untersuchen, wie sich verschiedene Einflussfaktoren in der Fütterung auswirken. Ziel ist, wirtschaftlichen Nutzen mit einem optimalen Tierwohl in Einklang zu bringen.

Der Entwicklung einer Käsefehlerdatenbank hat sich die OG „Hessischer Hofkäse“ verschrieben. Damit soll die handwerkliche Milchverarbeitung in Hofkäsereien verbessert werden. Mit einer schnellen und zuverlässigen Erhebung der vielfältigen Gründe von Käsefehlern ebenso wie Fehlervermeidungsstrategien können so im Idealfall die wirtschaftlichen Verluste vermindert werden.

Um die Verfahrensentwicklung zur Verbesserung von Backqualität und Ertrag in Weizenmischungen geht es bei der OG „QS-Brotweizenanbau“. Neben der Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels durch die Optimierung pflanzenbaulicher Aspekte wie zum Beispiel die Einführung optimierter Sortenmischungen steht die Entwicklung einer innovativen Schnellmethode zur Bewertung von Weizen anhand seiner Backqualität. Mit dieser Anwendung kann einheimisch vermarktbarer Weizen besser identifiziert und als Backweizen verarbeitet werden – statt wie bisher als Futterweizen mit geringerem Erlös.

Die OG „Soja on top“ stellt sich den Herausforderungen des regionalen Sojaanbaus. Dies sind neben dem Anbaurisiko auch die negativen Auswirkungen der Ausweitung des Sojaanbaus auf andere Kulturen. Mit dem Anbau von Winterweizen mit einem weiten Reihenstand und der Einsaat von Soja im darauffolgenden Frühjahr will man die Herausforderungen angehen und Lösungen erarbeiten.

Das OG „Soziale Landwirtschaft“ hat sich zum Ziel gesetzt, folgende Fragen zu beantworten: Wie muss die soziale und pädagogische Arbeit gestaltet sein, dass ein Mehrwert auch für den landwirtschaftlichen Betrieb entsteht? Welche Voraussetzungen braucht es und welchen Beratungsbedarf gilt es zu befriedigen? Die einbezogenen landwirtschaftlichen Betriebe dienen als Fallbeispiele, anhand derer Antworten gefunden werden sollen.

Europäische Innovationspartnerschaft

Um die Ziele der Europäische Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ (EIP-Agri) zu erreichen, werden Projekte nach den sogenannten „Richtlinien des Landes Hessen zur Förderung von Innovation und Zusammenarbeit in der Landwirtschaft und den ländlichen Gebieten“ (RL-IZ) seit deren Inkrafttreten 2015 bewilligt. Landwirtschaftliche Vorhaben können dabei mit bis zu 100 Prozent finanziert werden. Die RL-IZ unterstützen drei weitere Fördermaßnahmen: regionale Wertschöpfungsketten und Märkte, Minderung und Anpassung an den Klimawandel sowie Erarbeitung und Umsetzung lokaler Entwicklungsstrategien. Mit den RL-IZ setzt Hessen Förderangebote der EU im Rahmen der „Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raums (ELER)“ durch den Entwicklungsplan für den ländlichen Raum (EPLR) des Landes Hessen 2014 - 2020 um. Die mittlerweile vierte Runde zur Einreichung von Aktionsplänen für EIP-Agri als Vorbedingung für eine eventuelle spätere Förderung endet in diesem Jahr am 9. April 2018.

Nähere Informationen zu Abgabefristen, Ansprechpersonen sowie den Vorhaben


Stichworte:

Politik

Landwirtschaft


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