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Gruppenzertifizierung: Gemeinsam geht Bio besser

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Teepflücker
Teepflücker. Symbolbild © Shutterstock/Nai_Pisage

Die meisten Bio-Kleinbauern in Ländern des Südens haben sich zu Gruppen zusammengeschlossen und werden gemeinsam zertifiziert. Das zeigt eine Studie des Forschungsinstituts FiBL, die auch die Vorteile dieses Systems beschreibt.

Ein einzelner Kleinbauer in Indien, Kenia oder Bolivien könnte sich die Bio-Zertifizierung nie leisten. Deshalb gibt es dort das Instrument der Gruppenzertifizierung: Die Bauern schließen sich zu einer Kooperative, Erzeugergemeinschaft oder Produzentengruppe zusammen. Diese Gruppe baut ein sogenanntes Internes Kontrollsystem (ICS) auf und überprüft damit, ob die Bauern die Bio-Kriterien einhalten. Der externe Bio-Zertifizierer kontrolliert einmal im Jahr, ob das ICS ordentlich funktioniert und besichtigt nur eine kleine Stichprobe der Bauern. Das spart Zeit und Kosten.

Anzahl der Gruppen ist größer geworden

Bisher gibt es keine offiziellen Statistiken über ICS-zertifizierte Produzentengruppen. Das FiBL hat deshalb in seiner Studie den Umfang abgeschätzt. Es geht davon aus, dass rund 2,6 Millionen Bioproduzenten aus 58 Ländern in rund 5.900 ICS-Gruppen organisiert sind. Die Gruppen umfassen zwischen 20 und 40.000 Mitglieder und bewirtschaften zusammen etwa 4,5 Millionen Hektar Land.

Die Anzahl der Gruppen hat laut FiBL in den letzten Jahren stark zugenommen. Denn neben niedrigeren Zertifizierungskosten bringt das System weitere Vorteile mit sich. „Kleinbauern haben so einen besseren Marktzugang und steigern die Qualität ihrer Produkte durch Wissensaustausch über die Prinzipien des Biolandbaus“, erläutert Florentine Meinshausen, Hauptautorin der Studie. Diese empfiehlt auch einige konkrete Verbesserungen: Die Gruppenzertifizierung müsse konkreter reguliert werden und die Gruppen sollten mehr Wert auf die interne Schulung der Landwirte in Bezug auf gute ökologische Produktionspraktiken legen.

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