Anzeige

organic-market.info | Mediadaten | Impressum | Datenschutz

Glyphosat: Österreichs Ausstiegsbeschluss lässt hoffen

von Horst Fiedler (Kommentare: 0)


Bauer spritzt Feld
Glyphosat: Österreicher wollen sofortigen Ausstieg © hpgruesen pixabay

Der Beschluss des österreichischen Parlaments, Glyphosat zu verbieten, hat die Diskussion um das umstrittene Ackergift neu entfacht. Die deutsche Bundesregierung will im September einen Ausstiegsplan vorlegen.

Durch den legendären Alleingang des früheren Landwirtschaftsministers Christian Schmidt (CSU) bei einer Abstimmung in Brüssel im Jahr 2017 war es möglich geworden, den Einsatz von Glyphosat in der EU weitere fünf Jahre zu erlauben. Die Große Koalition hatte sich daraufhin vorgenommen, den Einsatz des Herbizids, das unter dem Verdacht steht, wahrscheinlich krebserregend zu sein, wenigstens schrittweise bis 2023 zu beenden. Vor wenigen Tagen kündigte die Kanzlerin nach einer Anfrage der Grünen an, im September einen Ausstiegsplan vorzulegen.

Beschluss nicht mit EU-Recht vereinbar?

Der Vorstoß Österreichs, das Gift zum Leidwesen von Bayer (und anderen Chemiekonzernen, die das inzwischen patentfreie Mittel produzieren), sofort aus der Agrarlandschaft der Alpenrepublik zu verbannen, setzt Deutschland unter Druck. Jetzt klammern sich die Befürworter des Einsatzes von Glyphosat an das EU-Recht und gehen davon aus, dass der Beschluss der Österreicher rechtswidrig ist. Ihnen kommt eine Studie entgegen, über die der kurier in Österreich berichtet: Danach hat die Universität für Bodenkultur in Wien mit Unterstützung der Agentur für Ernährungssicherheit festgestellt, dass nach den vorliegenden Daten für glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel kein erhöhtes Risiko für diesen Wirkstoff im Vergleich zu anderen zugelassenen Herbiziden abgeleitet werden kann.

In den USA gibt es zurzeit über 13.000 Klagen gegen den von Bayer übernommen US-Konzern Monsanto, der das Herbizid auf den Markt gebracht hat. In einem ersten Urteil waren einem krebskranken Mann 80 Millionen US-Dollar Schadensersatz zugebilligt worden. In einem zweiten Fall werden 50 Millionen US-Dollar Entschädigung erwartet.

Kommentar

Danke, Österreich!

Zunächst haben die Österreicher mit ihrer Klage gegen die CSU-Maut-Pläne gezeigt, dass sich die Bayern auf dem Holzweg befinden. Jetzt demonstrieren sie mit dem Glyphosat-Ausstieg, dass die CSU auch mit ihrem ehemaligen „Alleingangminister“ Schmidt die falsche Politik gemacht hat. Zwar könnte diesmal die Rechtsprechung auf Seiten der Bayern sein, aber das Thema Glyphosat steht wieder prominent auf der Tagesordnung. Und wer zweifelt jetzt noch daran, dass ein möglichst schneller Ausstieg in Deutschland dank Österreich nun bessere Chancen hat als noch vor ein paar Tagen?                                                                                                                                                     Horst Fiedler

 

Lesen Sie auch:

Glyphosat in Bier: DLG sieht keine Gefährdung

Zwei der Biere, in denen Ökotest kürzlich Glyphosat gefunden hatte, haben eine Medaille der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) erhalten. Wir wollten wissen, ob es nicht kontraproduktiv sei, glyphosatbelastete Biere auszuzeichnen

USA: Bio-Erdbeeren auf Glyphosat

In den USA wachsen Erdbeeren in Töpfen mit Nährlösung und auf Böden, die zuvor mit Glyphosat behandelt wurden. Trotzdem dürfen sie als Bio-Ware verkauft werden.

Bio im Test: Genießbares Bier

Genuss ohne Reue? Ökotest hat Biere untersucht, einige davon in Bio-Qualität. Lesen Sie, zu welchem Ergebnis die Tester in Sachen Qualität und Glyphosat-Belastung kamen.

Zurück

Uns interessiert Ihre Meinung. Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum Thema!



Jetzt teilen

Anmeldung
Newsletter

Anzeige

Anzeige