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Glutenverzicht: Modisch, teuer, ungesund?

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Frau im Cafe mit Toast und Kaffee
Symbolbild © istock/lolostock

Fast ein Fünftel der Deutschen ernähren sich ganz oder teilweise glutenfrei. Das ergab eine Umfrage im Auftrag des Rundfunks Berlin Brandenburg (rbb). Der hält den Glutenverzicht für wenig sinnvoll.

Zwei Drittel der Befragten ohne Diagnose

Laut Umfrage verzichten 3,4 Prozent der 1.026 bundesweit Befragten vollständig auf glutenhaltige Lebensmittel, weitere 14,8 Prozent meiden diese zumindest zum Teil. Dabei hatten zwei Drittel der Befragten keine Diagnose, die ihnen einen Glutenverzicht nahe legte. 18 Prozent gaben an, bei ihnen hätte der Arzt eine Glutenunverträglichkeit diagnostiziert. Bei jedem Zehnten war es ein Heilpraktiker. Nach Angaben der Deutschen Zöliakiegesellschaft leidet weniger als ein Prozent der Deutschen unter einer Glutenunverträglichkeit. Bei den Betroffenen führen schon kleinste Mengen Gluten zu Durchfall und Darmreizungen.

Das Verbrauchermagazin Supermarkt des rbb schließt daraus, dass die glutenfreie Ernährung vor allem eine Modeerscheinung ist, unterstützt durch einschlägige Bücher und die Aussagen von prominenten Sängerinnen und Schauspielerinnen. Gesund sei dieser Trend nicht unbedingt, meint der rbb und zitiert dazu zwei Experten.

Mangelernährung droht

Torsten Zuberbier leitet das Allergie-Centrum an der Berliner Charité und rät dringend davor ab, sich ohne vorherige ärztliche Diagnose komplett glutenfrei zu ernähren. „Dabei besteht eine Gefahr, dassman sich vielleicht in fehlerhafte Diäten begibt. Wir haben viele Menschen, die unnötig ein, zwei Jahre Lebensmittel weglassen und dann in eine Mangelernährung kommen“, zitiert der rbb den Allergologen.

Die Ernährungsberaterin Imke Reese berichtete über sogenannte Doppelblind-Studien, für die Patienten, die sich aufgrund von Beschwerden glutenfrei ernährten, in zwei Gruppen eingeteilt wurden. Die eine Gruppe bekam einen Muffin zu essen, in dem sich Gluten befand, die zweite Gruppe einen Muffin ohne Gluten. Das Ergebnis: „Bei diesen Studien reagierten die Leute durch die Bank praktisch gleich - egal ob sie Gluten oder einen Placebo bekommen hatten“, sagt die Ernährungsberaterin dem rbb und schließt daraus: „Ich glaube, dass die wenigsten Menschen wirklich davon profitieren, das Gluten wegzulassen.“

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