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Öko-Sektor solidarisiert sich mit Schülerprotesten

von Redaktion (Kommentare: 0)


Person hält Protest-Schild in die Höhe: "We don`t have time"
"We don`t have time" steht auf dem Schild, das ein Schüler bei einem der FridaysForFuture-Protesten für mehr Klimaschutz hochhäldt. Symbolbild © Pixabay/NiklasPntk

Der deutsche Öko-Sektor solidarisiert sich mit den Protesten für besseren Klimaschutz und der Schülerbewegung #FridaysForFuture. Der BÖLW, Spitzenverband deutscher Erzeuger, Verarbeiter und Händler von Bio-Lebensmitteln, teilt mit, man stehe hinter der Forderung der Schüler nach wirksamer Klimaschutzpolitik.

Hartnäckig bleiben

„Genau diese Aufbruchsstimmung, die die Jugend heute auf die Straße bringt, hat uns damals motiviert, unsere Betriebe auf Biolandbau umzustellen“, sagt Gita Sandrock, die einen Bioland-Betrieb in Nordhessen leitet. Der Bio-Anbauverband Bioland ist Mitglied im BÖLW. Die Schülerbewegung unterstützen die Mitglieder unter dem Hashtag #BiolandForFuture. Sandrock rät den Jugendlichen: „Bleibt hartnäckig und haltet durch!“

"Wir als gesamte Gesellschaft und die politischen Entscheidungsträger sind gefordert die Leinen los zu machen, endlich unter der Flagge eines aktiven Klimaschutzes zu segeln“, Theresia Kübler, Vorstandsmitglied im Jungen Bioland e.V.

Quelle: Twitter/Bioland

Klimafreundliche Praktiken fördern

Der BÖLW fordert Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf, wirksame Maßnahmen für die Land- und Ernährungswirtschaft einzuleiten, um mit den richtigen Vorgaben die erforderliche Emissionsminderung zu erreichen. Dazu müsse die Bundesministerin mit allen politischen Stellschrauben klimafreundliche Praktiken fördern – vor allem bei der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik, die bestimmt, welche Landwirtschaft sich künftig lohnt. „Wer das Klima schützt, muss unterstützt werden“, schreibt der BÖLW. Wie wichtig das ist, zeige das Dürrejahr 2018.

Mehr Ökolandbau

Für den BÖLW ist der Weg zu mehr Klimaschutz klar: „Ökolandbau zeigt, wie gesunde Böden weniger schädliche Klimagase emittieren, und mehr Kohlenstoff aus überschüssigem CO2 dauerhaft binden können.“ Das Ziel 20 Prozent Ökolandbau aus dem Koalitionsvertrag sei deshalb auch ein klimapolitisches Ziel, das mit hoher Priorität von der gesamten Bundesregierung forciert werden muss.

Wie Bioland, so gehört auch der Demeter-Verband zum BÖLW. Demeter-Landwirt Jakob Schererz vom Bauckhof Stütensen hat sich unter dem Hashtag #FarmersForFuture der FridaysForFuture-Bewegung angeschlossen. Mit „Farmers for Future“ unterstützen inzwischen etliche Bio-Bäuer*innen, -Gärtner*innen, -Winzer*innen und Imker*innen die Proteste. Initiator Jakob Schererz erklärt, was er selbst als Landwirt tut, um möglichst viel CO2 im Boden zu speichern und damit das Klima zu schützen.

Das Klima retten mit Humus-Aufbau? „Das allein reicht natürlich nicht“, sagt Demeter-Landwirt Jakob Schererz, doch „Humus-Aufbau kann einer der Hebel für uns Landwirte sein, das Klima zu schützen. Denn lebendiger und guter Humus voller Kleinstlebewesen bringt nicht nur beste Lebensmittel hervor, sondern bindet CO2 aus der Atmosphäre. Das tut er - im Gegensatz zur umstrittenen CO2-Verpressung - in einer vollkommen ungefährlichen Art und Weise.“

Quelle: Twitter/FarmersForFuture

Gemeinsame Erklärung

Mit dem Demeter-Verband will Jakob Schererz unter #FarmersForFuture andere Bio-Landwirt*innen ansprechen. Sie sollen sich einer Erklärung anschließen, die zum Klimagipfel im Dezember an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner übergeben werden soll. Darin fordern die Unterzeichner entschiedene Schritte von der Bundesregierung, um den Klimawandel zu stoppen.

Wichtige Forderungen der Erklärung:

  • Für die gesamte Wirtschaft den CO2-Ausstoß besteuern
  • Reduktion der Emissionen aus der Tierhaltung: nur noch so viele Tiere dürfen gehalten werden, wie der Hof ernähren kann
  • Förderung der CO2-Bindung durch Humusaufbau in den landwirtschaftlichen Böden
  • Ausrichtung der gesamten EU-Agrarzahlungen (GAP) auf eine klimaschonende, umweltschonende und tiergerechte Landwirtschaft

Zur Erklärung

Wissen teilen

Bio-Landwirt*innen, -Gärtnerinnen, -Imker*innen und -Winzer*innen sind aufgerufen, ihre Methoden für eine klimafreundliche Landwirtschaft auf Social Media mit dem Hashtag #FarmersForFuture zu verschlagworten. Die Idee: Andere können von sinnvollen Ansätzen lernen und in einen Austausch kommen.

Quelle: Twitter/FarmersForFuture

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