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EU-Verriss für Kontrollstelle in Kenia

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


EU-Flagge
Symbolbild EU-Flagge © Pixabay/pixel2013

Die EU-Kommission hat die Außenstelle eines internationalen Zertifizierers in Kenia überprüft und dessen Arbeit ein denkbar schlechtes Zeugnis ausgestellt. Doch bisher muss er nur ein wenig Nachsitzen.

Im April 2018 haben Auditoren der EU-Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit die Arbeit eines internationalen Zertifizierers in Kenia begutachtet. In ihrem Bericht listen sie eine ganze Reihe gravierender Mängel auf: Die Risikoabschätzung sowie die Planung von Kontrollen und Probenahmen sei mangelhaft, heißt es in der Zusammenfassung des Berichts. Die beobachteten Kontrollen und Probenahmen vor Ort seien ineffektiv gewesen. Dies lag aus Sicht der Auditoren auch daran, dass der Zertifizierer selbständig tätige Inspektoren mit Kontrollen im EU-Ausland beauftrage und diese nicht angemessen überwache. 

Keine Garantie für Einhaltung der Standards

Besonders besorgniserregend sei, dass die Kontrollstelle Rückstände unerlaubter Mittel akzeptiere und keinerlei Untersuchung nach den Ursachen der Kontamination veranlasse. Das Kontrollsystem könne nicht garantieren, dass die als Bio-zertifizierten Produkte auch alle Standards einhielten. Für die Ausfuhr in die EU würden nur Papiere gecheckt. Die Kontrollstelle könne nicht sicherstellen, dass ein Hersteller nicht mehr Bio-Produkte exportiere als er erzeugt habe.

Maßnahmen der Kontrollstelle

Die Konsequenz aus den festgestellten Mängeln: Die Auditoren sprachen acht Empfehlungen aus und forderten die Kontrollstelle auf, binnen 25 Werktagen einen Plan vorzulegen, wie sie gedenke, diese Empfehlungen umzusetzen. In ihrer Antwort berichtet die Kontrollstelle über ihre Aktivitäten, die sich so zusammenfassen lassen: Dokumentationen und Anweisungen wurden entsprechend den Empfehlungen verbessert und die Inspektoren bekamen ein zusätzliches Training.

 

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