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EU kritisiert ukrainische Kontrollstelle: „Kultur der Nachsichtigkeit“

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


EU-Flagge
Symbol EU-Flagge © Pixabay/Pontzi

Die für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zuständige EU-Generaldirektion hat im Juni dieses Jahres eine in der Ukraine tätige Kontrollstelle inspiziert. Der jetzt veröffentlichte Audit-Bericht bestätigt der Kontrollstelle Fortschritte, wirft ihr aber eine „Kultur der Nachsichtigkeit“ bei Verstößen vor.

Defizite in zwei Bereichen

Die Kontrollstelle war bereits 2015 von der EU auditiert worden und hatte damals eine lange Mängelliste überreicht bekommen. Das neue Audit bestätigt der Kontrollstelle, dass sich seither viel verbessert habe und stellt fest, dass das Unternehmen in den letzten drei Jahren deutlich gewachsen sei. Defizite sehen die Auditoren in zwei Bereichen: der Abschätzung der Erntemengen und der Ahndung von Verstößen.

 

© iStock/Milindri

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So würde selbst bei schweren Regelverstößen erst bei der nächsten planmäßigen Kontrolle überprüft, ob der Verstoß abgestellt worden sei, heißt es im Bericht. Funde von Pestizidrückständen führten nicht zu Nachkontrollen vor Ort, sondern der Betrieb werde aufgefordert, dem Rückstandsfund nachzugehen und zu berichten, welche Maßnahmen er ergriffen habe. Die Auditoren bezeichnen das als „systematischen Fehler“. Die Kontrollstelle verstehe die Wichtigkeit einer Nachkontrolle vor Ort nicht ausreichend. Die Kontrolleure hatten gegenüber den Auditoren argumentiert, dass die Belastung erst sechs Monate nach der Ernte festgestellt worden sei und da würde man vor Ort nichts mehr finden.

Inkonsequentes Vorgehen bei fehlerhafter Trennung und Kennzeichung von Waren in Mischbetrieben

Um ihren Vorwurf einer „Kultur der Nachsichtigkeit“ zu belegen, erwähnen die Auditoren einen Mischbetrieb, der seit 2009 von der Kontrollstelle zertifiziert werde und bei dem mehrmals erhebliche Defizite bei der Trennung und Kennzeichnung von biologischer und konventioneller Ware festgestellt wurden, ohne dass die Kontrollstelle Konsequenzen gezogen hätte. Erwähnt wird auch das Vorgehen gegen Betriebe, die konventionell gebeiztes Saatgut einsetzen. Erst beim dritten Verstoß werde der Betrieb dezertifiziert. Abschreckend sei das nicht gerade, schreiben die Auditoren.

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