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EU-Kommission stuft Bericht über Glyphosat als geheim ein

von Redaktion (Kommentare: 0)


Bild: Biotech

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat einen Bericht über das Herbizid Glyphosat angefertigt. Wie Testbiotech berichtet, unterliegt der Bericht, den die Bundesregierung an die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA übermittelt hat, einem Schreiben der EU-Kommission an Testbiotech vom 10. August 2015 zufolge, vollständig der Geheimhaltung. Die EU-Kommission könne kein übergeordnetes öffentliches Interesse an einer Veröffentlichung der Daten erkennen.

Doch dieses Interesse liege ohne Zweifel vor, schreibt Testbiotech: "Die renommierte Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation WHO ist zu der Einschätzung gekommen, dass Glyphosat wahrscheinlich krebserregend ist. Dagegen behauptet das BfR in seinem Bericht, dass das Spritzmittel für den Menschen unbedenklich sei." In dem Brief der Kommission wird behauptet, dass eine Veröffentlichung der Daten zu diesem Zeitpunkt voreilig wäre und den Prozess der Bewertung durch die EFSA unterminiere. Die EU-Behörde ist mit der Überprüfung der EU-Zulassung betraut.

Monsanto und andere Hersteller von Glyphosat hätten allerdings Zugang zu einem aktuellen Entwurf des Berichtes vom Januar 2015 gehabt, so Testbiotech. In Kenntnis dieses Entwurfes habe die Industrie rasch eine Studie publiziert, in der behauptet wird, dass Glyphosat nicht krebserregend sei. Diese Studie wurde dann wiederum vom BfR in seinem Abschlussbericht verwendet. „Die Kommission scheint der Auffassung zu sein, dass es den Prozess der Risikobewertung nicht gefährdet, wenn die Industrie Zugang zu den Daten hat, während unabhängige Experten keinen Einblick haben dürfen“, sagt Christoph Then von Testbiotech. „Glyphosat ist das am häufigsten eingesetzte Herbizid weltweit, seine Rückstände sind in vielen Lebensmitteln enthalten. Sollte es tatsächlich krebserregend sein, kann es die Gesundheit der VerbraucherInnen erheblich gefährden. Es gibt keinen Zweifel daran, dass eine vollständige Transparenz in der Risikobewertung von höchstem öffentlichen Interesse ist“, so Then weiter.
Trotz einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs aus dem Jahr 2013, nach der die Daten zur Risikobewertung von Herbiziden öffentlich zugänglich gemacht werden müssen (Case T‑545/11), werde die nötige Transparenz bislang weder von der EU-Kommission noch von den Mitgliedsländern gewährt.

Weitere Informationen auf testbiotech

 

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