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Erstmals Mikroplastik im Menschen gefunden

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Mikroplastik in einem Glas, daneben eine Plastikflasche.
Mikroplastik wurde erstmals im menschlichen Stuhl nachgewiesen. © Shutterstock/MikeDotta

Das österreichische Umweltbundesamt und die Medizinische Universität Wien haben erstmals nachgewiesen, dass Mikroplastik auch im menschlichen Verdauungssystem vorkommt. Dazu untersuchten deren Mitarbeiter Stuhlproben von acht Menschen aus vesrchiedenen europäischen Ländern und Japan. Sie fanden in allen acht Proben Mikroplastik, im Mittel 20 Teilchen pro 10 Gramm Stuhl. „In unserem Labor konnten wir neun verschiedene Kunststoffarten in der Größe von 50 bis 500 Mikrometer nachweisen“, erklärte Bettina Liebmann, die für Mikroplastik-Analysen zuständige Expertin im Umweltbundesamt. Am häufigsten fanden sich PP (Polypropylen) und PET (Polyethylenterephthalat) in den Proben.

Auswirkungen auf menschlichen Organismus unklar

Zusammenhänge zwischen dem Ernährungsverhalten und einer Belastung mit Mikroplastik konnten die Wissenschaftler wegen der geringen Teilnehmerzahl nicht herstellen. Laut den von den Probanden geführten Ernährungstagebüchern hatten alle in Plastik verpackte Lebensmittel oder Getränke aus PET-Flaschen konsumiert, die Mehrzahl verzehrte Fisch oder Meeresfrüchte. Offen blieb bei der Studie auch, welche Auswirkungen die gefundenen Mikroplastikpartikel auf den menschlichen Organismus haben, insbesondere auf den Verdauungstrakt. Zwar gebe es „erste Anzeichen, dass Mikroplastik durch die Begünstigung von Entzündungsreaktionen oder Aufnahme schädigender Begleitstoffe den Magendarmtrakt schädigen kann“, sagte Philipp Schwabl von der MedUni Wien. Es seien jedoch weitere Studien notwendig, um potenzielle Gefahren von Mikroplastik für den Menschen abzuschätzen.

 

© Shutterstock/Rich-Carey

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