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Erneuter Rückruf: Bittere Bio-Aprikosenkerne

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Aprikosenkerne
Aprikosenkerne. Symbolbild © Shutterstock/Unkas_Photo

Die Bio Bäckerei Spiegelhauer im sächsischen Pirna hat bittere Aprikosenkerne zuückgerufen, weil sie zuviel Blausäure enthalten. Auch ein anderer Händler war schon betroffen.

Bittere Aprikosenkerne enthalten von Natur aus die Substanz Amygdalin, aus der beim Kauen die für den Menschen giftige Blausäure freigesetzt wird. Deshalb hat die EU in der Verordnung 2017/1237 einen Höchstgehalt an Blausäure von 20 Milligramm je Kilogramm (mg/kg) festgelegt. Da dieser Wert überschritten war, hat die Bio Bäckerei Spiegelhauer ihre über Laden und Online-Shop vertriebenen 1-kg-Gebinde Bittere Aprikosenkerne mit dem MHD 31.01.2020 zurückgerufen. Bereits Anfang Dezember rief der Bio-Hersteller Gesund & Leben aus dem selben Grund Aprikosenkerne zurück.

Warum noch mehr Bio-Unternehmen belastete Aprikosenkerne bekommen haben könnten

Wahrscheinlich ist, dass die belasteten Aprikosenkerne über einen Importeur in die EU kamen, der auch andere Bio-Abnehmer versorgte. Darauf deuten mehrere Meldungen im EU-Schnellwarnsystem RASFF hin:

  • Am 03.12.2018 warnte Deutschland vor überhöhtem Blausäuregehalt in bitteren Bio-Aprikosenkernen aus Indien. Sie waren auch nach Österreich, Dänemark, Ungarn und in dieSlowakei verkauft worden. Der Gehalt war mit 2.225 mg/kg extrem hoch.
  • Für viele Folgemeldungen im RASFF sorgte eine deutsche Warnung vom 19.11.2018 vor „Bio-Aprikosenkernen aus Deutschland, mit Rohmaterial aus Pakistan“. Angegeben waren Werte von 2.723 und 2.656 mg/kg. Die Ware ging auch nach Italien, Österreich und in die Schweiz.
  • Im RASFF finden sich für 2018 auch einige Warnungen vor konventionellen Aprikosenkernen, meist mit deutlich niedrigeren Gehalten.

Erstaunlich ist, dass die RASFF-Warnungen vor zwei anscheinend in größerem Stil in der EU verkauften Chargen an bitteren Bio-Aprikosenkernen bisher nur zu zwei Rückrufen bei deutschen Anbietern führten.

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