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Eosta: Pilotprojekt zu existenzsichernden Löhnen

von Redaktion (Kommentare: 0)


Zwei schützen ein paar Stapel Münzen, auf denen Pflanzen wachsen..
Symbolbild © Shutterstock/kram9

Sind Mindestlöhne ein nützliches Konzept zur Nachhaltigkeit? Um das herauszufinden, hat das niederländische Unternehmen Eosta gemeinsam mit IDH – The Sustainable Trade Initiative und Hivos ein Pilotprojekt zu existenzsichernden Löhnen mit kenianischen Bio-Avocadobauern durchgeführt. Ergebnis des Projekts mit dem Namen „Lohn zum Leben“ ist ein Quick-Assessment-System.

Verdienst über den Mindestlohn hinaus

Das Pilotprojekt wurde gemeinsam mit einem Erzeugerbetrieb von Bio-Avocados in Kenia durchgeführt, der mit über 100 Kleinbauern kooperiert. Ziel des Projekts ist es laut Eosta-Geschäftsführer Volkert Engelsman, soziale Auswirkungen der Obsterzeugung zu messen und sie im Rahmen der Kampagne „Was unser Essen wirklich kostet“ zu managen, zu vermarkten und monetisieren. „Sozial-Zertifikate berücksichtigen im Allgemeinen nur Mindestlöhne“, sagt Gert-Jan Lieffering, QD-Manager bei Eosta. „Und die sind durch die Bank niedriger als existenzsichernde Löhne.“ Da entsprechende Audits immer erst im Nachhinein durchgeführt werden, ist der Effekt von Zertifikaten und Siegeln meist eingeschränkt.

Folgende Kosten sollte ein existenzsichernder Lohn berücksichtigen:

  • Lebensmittel
  • Unterkunft
  • Kleidung
  • Bildung
  • Medizinische Versorgung
  • Rücklagen

Um diese Kosten für Erzeuger decken zu können, hat sich Eosta als Ziel gesetzt, von Anfang an über die gesamte Lieferkette hinweg zu handeln. Dies stellt jedoch eine komplexe Herausforderung dar, denn:

  • Es gibt nicht für jeden Standort entsprechende Vergleichswerte.
  • Der Begriff ‚Lohn‘ nicht unbedingt auf Bauern anwendbar, da diese eine Art Unternehmer sind, die pro Kilo oder pro Stück bezahlt werden.
  • Auch Fähig- und Fertigkeiten der Bauern bestimmen zu einem großen Teil ihren Verdienst.

Zwei Projektphasen

Das Pilotprojekt gliederte sich laut Projektleiterin Nada van Schouwenburg in zwei Phasen:

  1. Phase: Desk Research mit Prüfung interner Zertifizierungen und Informationen
  2. Phase: Datenerhebung in Kenia durch Interviews mit verschiedenen Interessengruppen entlang der Lieferkette

Quick Assessment Tool

Ergebnis der zwei Projektphasen ist das sogenannte Quick Assessment Tool. Das Tool stellt die wesentlichen Fragen pro Stakeholder bereit, um die richtigen Lohninformationen zu sammeln und bietet einen Überblick über die aktuellen Löhne sowie Lohnlücken der verschiedenen Lieferanten (siehe Seite 34 des Projektberichts).

Existenzsichernder Lohn als Verbindungsglied

Gert-Jan Lieffering von Eosta macht deutlich: „Existenzsichernde Löhne sind nicht im Handumdrehen gelöst, jedoch ist ein Quick-Assessment ideal, um einen Dialog in Gang zu bringen. Das Exportunternehmen muss mit ins Boot geholt werden und manchmal steht auch die Qualität der Avocados als Problem im Raum. Wenn wir wollen, dass Kleinbauern mehr verdienen, müssen wir den Aufpreis auf dem Markt erzielen – denn wir sind keine Nichtregierungsorganisation. Die Diskussion um existenzsichernde Löhne ist in jedem Fall eine hervorragende Möglichkeit, um die Kettenglieder innerhalb der Lieferkette zu verbinden. Sowohl uns als Importeur, dem Exporteur und den Bauern werden hier enorme Handlungsperspektiven geboten“.

 

Über Eosta

Eosta wurde 1990 in den Niederlanden mit dem Ziel gegründet, ein Unternehmen zu schaffen, das Ökonomie und Ökologie verbindet. Heute zählt Eosta zu den größten Handelsunternehmen für Bio-Obst und -Gemüse weltweit.

Quelle: Youtube/Eosta

 

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