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DUH kritisiert Aldi für Knotbeutel-Preis

von Redaktion (Kommentare: 0)


Obst- und Gemüse-Beutel
Für Hemdchen- bzw. Knotbeutel zahlen Kunden bei Aldi jetzt 1 Cent. © Aldi

Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert den Vorstoß von Aldi, auf dünnwandige Plastiktüten für Obst- und Gemüse von Kunden 1 Cent zu verlangen. Um den massenhaften Verbrauch von Einwegtüten zu stoppen, sei eine Abgabe in Höhe von mindestens 22 Cent notwendig.

Zu den Kosten für die Tüten sagte die Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe (DUH) Barbara Metz: „Dass Aldi auf dünnwandige Einwegplastiktüten für Obst und Gemüse einen Betrag von einem Cent erheben will, ist reine Symbolpolitik und nicht ausreichend. Ein signifikanter Lenkungseffekt ist bei einem derart niedrigen Preis nicht zu erwarten. Wenn Aldi es ernst meint mit Umweltschutz, dann sollten die Einwegtütchen mindestens 22 Cent kosten, denn dieser Betrag würde tatsächlich das Aus für das besonders kurzlebige Produkt bedeuten. Alles andere ist nur Effekthascherei."

Thomas Fischer, DUH-Bereichsleiter für Kreislaufwirtschaft, teilt zur Umstellung der Aldi-Tütchen auf Bio-Plastik mit: „Bioplastiktüten, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt oder als biologisch abbaubar beworben werden, haben zumeist einen großen ökologischen Rucksack durch den Anbau von Nutzpflanzen und der Abbau unter normalen Bedingungen in der Natur ist problematisch." Mit Umweltschutz habe das nicht viel zu tun.

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Beispiel aus Irland erfolgsversprechend

Erfahrungswerte aus Irland zeigten laut DUH, wie effektiv eine Abgabe wirkt. Dort führte eine Plastiktütenabgabe von 22 Cent zu einer Reduktion des Verbrauchs von 328 auf nur noch 14 Stück pro Kopf und Jahr. Mit den eingenommenen Finanzmitteln der Abgabe in Irland wurden Sensibilisierungskampagnen und Abfallvermeidungsprojekte gefördert und nicht die Taschen der Einzelhändler gefüllt, so wie es aktuell in Deutschland der Fall ist. Was mit einer zweckgebundenen Abgabe bei normalen Plastiktüten klappt, funktioniert auch bei besonders kleinen Tüten: Denn die Bereitschaft der Verbraucher, dafür etwas zu bezahlen, ist als noch geringer einzuschätzen.

Am Ende werde es Metz zufolge auch darauf ankommen, dass wiederverwendbare Mehrwegnetze als Alternative angeboten und beworben werden. Aldi hat angekündigt, solche Mehrweg-Alternativen ab Herbst 2019 neben den Knotbeuteln anzubieten. Metz kritisiert auch, dass bei Aldi für getränke keine Mehrwegflaschen, sondern ausschließlich Einwegverpackungen angeboten werden und fürchtet, der Tütencent könnte "darüber hinwegtäuschen, dass deren Verpackungspolitik alles andere als gut ist."

 

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