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"Die Umstellung auf Bio ist kein Hexenwerk"

von Nina Weiler (Kommentare: 0)


Trauben
Bio-Trauben. Symbolbild © Shutterstock/Africa Studio

Was hängt alles dran, wenn ein Betrieb auf Bio umstellen will? Infoveranstaltungen auf den Ökofeldtagen gaben einen Überblick.

„Öko-Landwirt*in werden“ – lautete der Titel von zwei Informationsveranstaltungen des Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) auf den zweiten Öko-Feldtagen auf der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen. Mit Vertretern der Offizialberatung, der Öko-Verbände sowie der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung sprachen zahlreiche konventionell wirtschaftende Landwirte über eine mögliche Bio-Zukunft.

„Mit dem Fokus, die Grundlagen der Umstellung auf die ökologische Landwirtschaft in den Blick zu nehmen, konnten wir viele Praktiker abholen“, sagte Inken Daase, verantwortlich beim BÖLN für die landwirtschaftliche Weiterbildung. Das BÖLN koordiniert und finanziert verschiedene Informations- und Beratungsangebote für umstellungsinteressierte Landwirte: Orientierungs- und Einführungsseminare, um sich gleich am Anfang gut informieren zu können, sowie zweitägige Umstellungsseminare zur Vertiefung. Bei der Planung der Seminare legt das BÖLN Wert auf einen großen Praxisbezug, wenn immer möglich finden Betriebsbesuche in der Nähe statt. Dank staatlicher Zuschüsse können sich konventionell wirtschaftende Landwirte zudem von einer bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) registrierten Beratungskraft unterstützen lassen. Denn gut beraten sei es möglich, die mit einer Umstellung verbundenen Herausforderungen zu meistern, betonte Daase: „Die Umstellung ist kein Hexenwerk, aber schon anspruchsvoll. Daher sollte sich jeder Betrieb die Unterstützung holen, die er braucht.“

Umstellen auf Bio: Was hängt alles dran?

Mit der Umstellung ändert sich viel für einen Betrieb. Einen Überblick darüber, was den Ökolandbau ausmacht und welche Regeln bei der Bewirtschaftung einzuhalten sind, gab Dr. Ute Williges vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen: „Kernelement sind eine flächengebundene Tierhaltung und die Fruchtfolge.“ Entscheidend für den Erfolg sei die eigene Motivation und Bereitschaft: „Es gibt keine Garantie für Erfolg, Sie als Betriebsleiter sind die Garantie“, brachte es Dr. Williges auf den Punkt. Mit Blick auf die Vermarktung hob sie die insgesamt sehr positiven Entwicklungen auf dem Ökomarkt hervor, 2018 erreichte der Jahresumsatz mehr als zehn Milliarden Euro in Deutschland. Die Nachfrage sei groß und würde beständig wachsen. Doch anders als bisher gewohnt müssten Umstellungsbetriebe sich viel intensiver um die Vermarktung kümmern und sollten am besten schon vor der Umstellung potentielle Vermarktungspartner kontaktieren.

Tipps für die Umstellung auf Bio

Hans Schiefereder, Berater beim Biokreis Erzeugerring Bayern, sieht in der Umstellung für jeden Betriebsleiter eine große Chance, sich selber und den eigenen Betrieb weiterzuentwickeln. „Wenn etwas nicht stimmt, kriegen Sie – genauso wie in einer Partnerschaft – direkt eine Rückmeldung“, so Hans Schiefereder. Bei der Entscheidung für oder gegen einen Öko-Anbauverband sei es wichtig, dass der Verband zum eigenen Betrieb passt. Ergänzend wies Harmen Gehrke von der Naturland Beratung darauf hin, dass eine Umstellung wohl bedacht und ökonomisch komplett gut durchgerechnet sein müsse. Ulf Müller, Berater bei dem ostdeutschen Anbauverband Gäa, empfahl, in der Umstellungsphase von Getreide wegzukommen und eher auf den Anbau von Körnerleguminosen zu setzen. „Körnerleguminosen sucht die Biobranche händeringend, dafür kriegt man garantiert einen guten Preis“, so Müller. Klar ist aber auch, dass Ökobauern gut beraten sind, vorrangig auf regionale Abnehmer zu setzen. Schließlich hat regional und fair erzeugte Bioware bei Verbrauchern einen wachsenden Stellenwert.

Linktipp: Mehr zu den Weiterbildungsangeboten für Landwirte unter www.bundesprogramm.de

Ansprechpartnerin:

Inken Daase
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Bundesprogramm Ökologischer Landbau und
andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)
Deichmanns Aue 29, 53179 Bonn

Telefon: 02 28 / 68 45 – 3675
E-Mail: Inken.Daase@ble.de

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