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Bruderhahn-Eier jetzt auch im LEH

von Redaktion (Kommentare: 3)


Küken
© Pixabay

Der Handelskonzern Rewe und seine Discountertochter Penny bieten konventionelle Eier an, bei denen die Bruderhähne der Legehennen mit großgezogen und dann erst geschlachtet werden.

Spitz&Bube heißen die Freiland-Eier bei Rewe. Es gibt sie dort schon länger, allerdings nur in 600 Märkten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz – solange der Vorrat reicht. Denn das Projekt, bei dem die Bruderküken aufgezogen und die Schnäbel der Hennen nicht gekürzt werden, umfasst nur 20.000 Tiere, heißt es auf der Unternehmens-Webseite.

Diese legen pro Tag etwa 18.000 Eier, sodass auf jeden Markt 30 Eier, also fünf Sechser-Packungen täglich kommen. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Hochschule Osnabrück. Die Tiere in dem Projekt stammen von der Legehennenlinie Sandy des Tierzuchtkonzerns Lohmann. Sie legen cremefarbene Eier, so dass Spitz & Bube-Eier auf den ersten Blick von den üblichen weißen oder braunen Eiern unterscheidbar sind. Obwohl es sich nur um ein kleines Projekt handelt, warb Rewe bereits vor einem Jahr bundesweit in großformatigen Anzeigen damit. Hier findet sich der Bericht eines Verbrauchers, der sich in Hamburg auf die Suche nach solchen Eiern machte.

Nun verkündete der Rewe-Discounter Penny, dass er mit seinen „Herzbube-Eiern“ als erster Discounter ein Zeichen für mehr Tierwohl setzen will. Auch hier werden Bruderkükenaufzucht, der Verzicht aufs Schnabelkürzen und gentechnikfreies Futter zu einem Vorteilspaket kombiniert. Allerdings dürfen die Tiere nicht raus ins Freie, sondern bleiben in Bodenhaltung im Stall. Sonst wäre wohl der Preis von 1,29 Euro fürs Sechserpack nicht erreichbar gewesen.

Für die Herzbube-Eier seien vor einigen Wochen je 72.000 weibliche und männliche Küken eingestallt worden, teilte Penny mit: „Rechnerisch beläuft sich das jährliche Volumen der Herzbube-Eier auf rund 20 Millionen Stück. Partner des von der Hochschule Osnabrück wissenschaftlich begleiteten Projekts ist der Eierhof Hennes, Euskirchen.“ Bricht man die Menge auf die 2.150 Penny-Filialen und 300 Öffnungstage in der Woche herunter, entfallen auf jeden Markt ebenfalls 30 Eier pro Tag. Zumindest gibt Penny-Manager Stefan Magel in der Mitteilung zu, dass man sich mit diesem Lösungsansatz in einer Nische befinde. „Ziel muss es sein, so schnell wie möglich zu einer verlässlichen Geschlechtsbestimmung im Ei zu kommen".

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Kommentar von Elke Scherbaum |

Guten Tag, kaufe seit geraumer Zeit die Eier Spítz & Bube. Nachdem ich gelesen habe, dass man die Eier z.B. durch die Farbe unterscheiden kann (Huhn Sandy Farbe des Ei entsprechend), bin ich aber überrascht, dass plötzlich bei den jetzt gekauften Eiern bei REWE (immer dort) die Eier weiß erscheinen. Egal welche Größe S,M, L! Ich Frage mich jetzt, ob es hier mit rechten Dingen vorgeht oder wir, die Verbraucher, wieder verar...... werden, von wegen artgerechte Tierhaltung. Ich preise die Eier überall an und dann hab ich plötzlich wieder weiße Eier??? Wie kann das sein? Bitte um Aufklärung!! Danke

Kommentar von Heike |

Hallo,

auch ich bestelle bei Rewe die Eier und Spitz und Bube. Auf dem Karton steht das auch, aber drin sind schon seit einiger Zeit weiße Eier. Mich ärgert das sehr, ich fühle mich betrogen und m.E. müsste man das beim Verbraucherschutz melden.

Kommentar von Elke Führer |

Sehr geehrte Damen und Herren,
auch ich kaufe die Spitz&Bube-Eier, seit Rewe sie in ihr Sortiment genommen hat. Nachdem sie diesen Sommer einige Zeit nicht lieferbar waren, habe ich sie Mitte September zu meiner Freude wieder im Regal gefunden. Zu Hause stellte ich fest, dass sie plötzlich dunkelbraun sind, was mich stutzig machte.
Ich habe diese Eier nicht nur wegen "Bube" (Hähnchenaufzucht), sondern - mindestens genau so wichtig - wegen "Spitz" (kein Kürzen der Schnäbel) gekauft. Nach Ihren seinerzeitigen Angaben sollten die Hennen im Freiland gehalten werden, was für mich schlicht das Kriterium Nr. 1 war, diese Eier zu kaufen.
Nun finde ich plötzlich Eier der Marke „Spitz&Bube“ im Regal, die aus Bodenhaltung (6er Pack € 0,40 billiger als der aus der angeblichen Freilandhaltung) stammen. Das will ich als Verbraucher nicht!!! Hier wird die Haltung der Tiere mal wieder der Haltung des Geiz-ist-geil-Verbrauchers geopfert. Einem Tierhalter, der zuerst Werbung macht, dass seine Tiere in Freilandhaltung leben und der dann hingeht, und aus Profitgründen (oder warum sonst?) parallel Tiere in Bodenhaltung aufstallt), kann das Tierwohl, das sich Supermärkte und Diskounter plötzlich auf die Fahnen schreiben, nicht sehr wichtig sein.
Abgesehen davon, dass in Bodenhaltung ein Verzicht auf das Kürzen der Schnäbel schlicht unmöglich sein dürfte, wenn man nicht das gegenseitige Verletzen der Tiere einfach in Kauf nimmt.

Am 24.09.2018 berichtete die ARD in der Sendung „Der beste Deal“, dass das Team monatelang vergeblich versuchte, von Rewe die Information zu erhalten, wo denn die behauptete Aufzucht der sogenannten „Bruderhähne“ stattfinden soll. Ich zitiere aus der Reportage:

„Von Rewe heißt es:
„Die Mastbetriebe der Spitz&Bube-Hähne sind (..) hauptsächlich in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Die Mast in den Betrieben beträgt mind. 10 Wochen…“
Welche Mastbetriebe das sind, bleibt das Geheimnis von Rewe.
Monatelang haken wir nach, bekommen aber keine Information, wo genau die Spitz&Bube-Hähne aufwachsen, deren Schwestern Eier in Boden- und Freilandhaltung legen.“

Für mich sieht die ganze Causa „Spitz&Bube“ inzwischen nach Verbrauchertäuschung aus, weshalb ich vor 10 Tagen zum letzten Mal Eier bei Rewe gekauft habe. Auch weiteren Aussagen von Rewe über „Tierwohl“ etc. werde ich mit gesundem Misstrauen begegnen.

Kopie dieses Schreibens lasse ich der ARD und Verbraucherschutzorganisationen zukommen.

Mit freundlichen Grüßen
Elke Führer



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