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Bruderhähne besser vermarkten

von Leo Frühschütz (Kommentare: 1)


Hähne
Der Absatz von Bruder-Hähnchen-Fleisch hinkt. Symbolbild © Oekologische Tierzucht gGmbH

Das Fleisch von Bruderhähnen und von Hähnen von Zweinutzungsrassen ist auf dem Markt kein Renner. Eine Koordinationsstelle soll jetzt den Absatz ankurbeln.

Als Alternative zum Kükentöten mästen die Unternehmen der Bruderhahn Initiative Deutschland e.V. (BID) die männlichen Küken der Legehennen-Linien und vermarkten Eier und Fleisch. Gleichzeitig züchtet die Ökologische Tierzucht gGmbH (ÖTZ) Zweinutzungsrassen, die sowohl zur Eiererzeugung als auch zur Hähnchenmast taugen.

Während die Bio-Eier ohne Kükentod sich gut verkaufen, hinkt der Absatz des Hähnchenfleisches hinterher. BID und ÖTZ haben deshalb die Koordinationsstelle Bruderhahnfleisch Vermarktung – Erzeugung, Handel, Gastronomie eingerichtet. Sie soll Erzeuger beim Absatz ihrer Hahnen-Produkte und interessierte Händler und Gastronomen bei der Suche nach geeigneten Lieferanten unterstützen. Dazu soll die Koordinationsstelle eine Plattform zum Austausch von Angebot und Nachfrage bereitstellen.

Schulungen für den Bio-Handel geplant

Auf den anstehenden Bio-Fachmessen und den Hausmessen der Großhändler wollen sich BID und ÖTZ gemeinsam verstärkt dem Thema Hahnenfleisch-Vermarktung widmen. Noch für 2019 geplant sind Schulungen für den Bio-Handel, in denen die Notwendigkeit einer ökologischen Tierzucht erläutert und die erforderlichen Produktkenntnisse zum Thema Bruderhahnfleisch vermittelt werden – mit Verkostungsangeboten.

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Kommentar von Edgar K. Rieflin |

Bruderhähne: Ist es erlaubt hier mal eine andere Meinung zu Bruderhähnen zu vertreten? Meines Erachtens handelt es sich hier um eine rein ethische Initiative. Denn das Aufziehen von Hähnen aus der Eierzuchtlinie ist sehr futteraufwändig und führt doch zu einem mageren Tier bei Schlachtreife. Ist es da nicht doch zu überlegen, ob das Töten der Küken besser wäre, sterben müssen sie sowieso und die Raubtiere in Zoos und Störche wird es freuen. Dem Zweinutzungshuhn gehört die Zukunft, Es legt zwar weniger Eier, aber hat auch eine bessere Futterverwertung als das Eierhuhn. Aus diesem Grund halte ich die Vermarktungsinitiative für weniger angebracht. Aus unseren Erfahrungen im Verkauf nimmt das Publikum die Bruderhähne ungern an, nicht mal als Suppenhuhn. Bitte nochmals, ethisch stimme ich Bruderhahninitiativen zu, halte sie aber auf lange Sicht nicht für praktikabel.


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