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Bruder-Kalbfleisch bald bei Kaufland

von Redaktion (Kommentare: 0)


Kalb mit Mutterkuh
Die Kälber der „Bruderkalb“-Initiative dürfen unter anderem am Euter trinken und haben viel Bewegung und Sozialkontakte zu Artgenossen. © jodie777 / iStock

Der Lebensmitteleinzelhändler will künftig Bio-Kalbfleisch aus kuhgebundener Haltung anbieten. Zum Start ist der Verkauf in sechs Filialen geplant

Kaufland stockt sein Bio-Sortiment auf: Das Unternehmen will noch im Frühjahr damit beginnen, Fleischprodukte aus der „Bruderkalb“-Initiative zu verkaufen. Deren Ziel ist die artgerechte Kälberaufzucht und Mast aller auf dem Bio-Milchviehbetrieb geborenen Kälber sowie eine anschließende regionale Bio-Kalbfleisch-Vermarktung.

Initiatorin des Bruderkalb-Programms ist Anja Frey, Inhaberin des Demeter-Milchviehbetriebs Völkleswaldhof. Dort werden Mutterkuh und Kalb nicht getrennt. Stattdessen bleiben beide während der rund drei Monate dauernden Stillzeit zusammen. Anschließend kommen die weiblichen Kälber in einen Herdenverband mit Gleichaltrigen und wachsen dort in etwa drei Jahren zu Milchkühen heran, die Brüder wechseln zur Mast in nahegelegene Bioland- und Demeterbetriebe, wie es auf der Webseite des Völkleswaldhof heißt.

Mit der Initiative will Kaufland eigenen Angaben zufolge die Bio-Musterregion Hohenlohe unterstützen und erreichen, dass die Demeter- und Bioland-Landwirte aus der Region höhere Preise für ihre Kälber bekommen. Zum Start werde es in sechs Filialen in Baden-Württemberg etwa acht Artikel in Selbstbedienung geben, berichtet die Lebensmittelzeitung. Preislich soll die Ware demnach im Premium-Bereich angesiedelt werden.

Kalbfleisch, Wurstwaren und sonstige Produkte der Kälber dürfen nur dann den Hinweis „Bruderkalb – aus kuhgebundener Aufzucht“ erhalten, wenn folgende Kriterien erfüllt werden:

  • Das Kalb wurde von einer Milchkuh geboren.
  • Das Kalb muss gemäß den Vorgaben von Demeter oder Bioland zertifiziert sein.
  • Das Kalb muss Kolostralmilch der eigenen Mutterkuh erhalten.
  • Das Kalb muss von der eigenen Mutter oder einer Ammenkuh gesäugt werden.
  • Der Mindestzeitraum der kuhgebundenen Kälberaufzucht darf 12 Wochen nicht unterschreiten und findet innerhalb von Baden-Württemberg statt.
  • Das Kalb soll immer die Möglichkeit haben, bei einer Kuh zu saugen. Wenn dies aus betrieblichen und/- oder baulichen Gründen nicht möglich ist, muss es mindestens zweimal am Tag die Möglichkeit bekommen, bei einer Kuh zu trinken. Selbstverständlich ist dann auch darauf zu achten, dass diese Kälber im Herdenverband möglichst mit Gleichaltrigen aufwachsen.
  • Das Kalb muss immer Wasser und Heu, Silage oder Gras ad libitum angeboten bekommen.

Seit kurzem setzt Kaufland mit dem Anbieter Holle auch bei Babynahrung auf Bio in Demeter-Qualität. Das angebotene Sortiment umfasst 30 Artikel, darunter Säuglingsmilchnahrung, Getreidebreie, Gläschenkost und Quetschbeutel, teilte Kaufland mit.

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