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Broschüre erklärt neue und alte Gentechnik

von Leo Frühschütz (Kommentare: 1)


Gentechnik
Gentechnik: Eine neue Broschüre erklärt, was das eigentlich ist und wo die Unterschiede in den Verfahren liegen. Symbolbild © Shutterstock/adriano.cz

Oft wird behauptet, neue Gentechnikverfahren wie CRISPR/Cas würden nichts anderes machen als das, was in der Natur ohnehin ständig passiert. Warum das nicht stimmt, erklärt eine Broschüre von Testbiotech. Sie kommt mit der Schrot&Korn in die Bioläden.

Die neuen gentechnischen Verfahren wie die Gen-Schere CRISPR/Cas ermöglichen Änderungen im Erbgut, die bisher so nicht möglich waren. Und sie vereinfachen und beschleunigen die Entwicklung solcher gentechnischen Veränderungen. Die Befürworter dieser Technik argumentieren, dass die vorgenommenen Änderungen auch natürlich als Mutation vorkommen könnten und von solchen natürlichen Mutationen nicht unterscheidbar seien. Außerdem seien sie präzise und sicher.

Broschüre: Was ist (keine) Genetchnik?

Die gentechnikkritische Organisation Testbiotech hat diese Behauptungen unter die Lupe genommen und das Ergebnis in einer Broschüre zusammengefasst. Diese erklärt gut verständlich die Unterschiede zwischen herkömmlicher Züchtung, alter Gentechnik und neuer Gentechnik. Sie beschreibt die Risiken, die mit der neuen Gentechnik verbunden sind, die bei weitem nicht so zielgenau und nebenwirkungsarm ist, wie ihre Befürworter behaupten. Das Fazit: Die neue Gentechnik ist aners als züchterische Verfahren. Denn sie ermöglicht Eingriffe in das Erbgut, bei denen die natürlichen Mechanismen von Vererbung und Genregulation umgangen werden. Diese technischen Prozesse können zu Veränderungen führen, die für Mensch und Umwelt gefährlich sind.

Ein Exemplar pro Laden

Der Bioverlag legt bei der Versendung der Dezemberausgabe des Naturkostmagazins Schrot&Korn für jedes Geschäft ein Exemplar der Broschüre als Argumentationshilfe für Gespräche bei. Testbiotech hat das Thema auch in einigen kurzen Videoclips dargestellt, die gut über die sozialen Medien verteilt werden können.

Videoreihe "Was ist Gentechntik?" von Testbiotech:

Quelle: Youtube/Testbiotech

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Kommentar von Marc Schmitt-Weigand |

Ich kann zum Thema CRISPR-Cas sehr den Film "Human Nature" empfehlen, der aktuell in einigen Programmkinos läuft. Er versucht sich tatsächlich an einem differenzierten Bild der neuen Technologien, erklärt erstmal auch für Laien nachvollziehbar, was dabei eigentlich passiert und lässt Chancen und Risiken nebeneinander stehen, ohne den Zuschauer in die eine oder andere Richtung zu drängen.
Damit unterscheidet er sich wohlwollend von der häufig publizierten Sichtweise auf das Thema, die von vornherein durch Überbetonung der "großartigen neuen Möglichkeiten" oder eben der "unkalkulierbaren Risiken" eine Interpretations- und damit Wahrnehmungsrichtung vorgibt.
Die Broschüre von Testbiotech hilft einerseits, prinzipielle Unterschiede zwischen den züchterischen Verfahren zu verstehen und sich hier nicht verwirren zu lassen, andererseits verliert sie sich dann in einer Beurteilung, die sehr stark auf Risiken abhebt (wir habe noch nicht alles bis zum Ende verstanden, deshalb sollten wir sehr sehr vorsichtig sein, besser es sogar ganz lassen) und leider auch nicht ohne die Unterstellung der Profitgetriebenheit der Biowissenschaftler auskommt. Sie vermischt/verwechselt (gefühlt als argumentative ultima ratio) die Technik mit ihrer (wirtschaftlichen) Nutzung (in der pflanzlichen Züchtung).
Ich plädiere dafür, als Bio-Branche den möglichen Nutzen der neuen gentechnischen Verfahren nicht zum blinden Fleck zu machen. Und sich nicht damit zufrieden zu geben, über eine "saubere" argumentative Abgrenzung zwischen konventionellen und neuen Verfahren auf der "richtigen Seite" der Auseinandersetzung zu stehen.


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