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Brandenburg: Tierquälerei in Schlachthof mit Bio-Zertifikat

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Haken im Schlachthof
Symbolbild © Shutterstock/Dewald Kirsten

Die Tierrechtsorganisation Animal Rights Watch (Ariwa) hat Videoaufnahmen aus einem regionalen Brandenburger Schlachthof veröffentlicht. Sie zeigen, wie Rinder mit Elektroschockern malträtiert und unsachgemäß betäubt wurden.

 

Quelle: Twitter

Ariwa wies darauf hin, dass der Schlachthof bio-zertifiziert ist. Der Sender rbb, der darüber exklusiv berichtete, machte daraus ein Bio-Schlachthof. Tatsächlich handelt es sich bei der Hakenberger Fleisch GmbH um die Tochtergesellschaft eines konventionellen Agrarbetriebs, der Rhinmilch GmbH. Geschlachtet und vermarktet wurden dort konventionelle Fleischrinder des Betriebs. Zusätzlich war der Schlachtbetrieb auch als Lohnschlachter für Bio-Betriebe tätig und dafür von der Kontrollstelle Grünstempel zertifiziert. Die korrekte Bezeichnung wäre deshalb: konventioneller Schlachtbetrieb mit der Erlaubnis, Bio-Tiere zu schlachten und zu zerlegen.

Die Erlaubnis zum Schalchten wurde entzogen

Dies ändert nichts daran, dass die Bilder schockierend sind und auch umgehend zu Konsequenzen geführt haben: „Das Veterinäramt Neuruppin entzog dem Unternehmen die Schlachterlaubnis. Der Betrieb entließ Mitarbeiter. Die Staatsanwaltschaft ermittelt“, schrieb die Märkische Allgemeine (MAZ). Sie zitiert auch Oliver Prokop, der den Neuruppiner Biokonsum betreibt und im Nebenerwerb Bio-Schafe züchtet. Er berichtet über die bisherige positive Zusammenarbeit mit dem Betrieb und beklagt die Schließung. Dies sei einzige Bio-Schlachterei für Schafe und Lämmer weit und breit. „Wenn sie jetzt geschlossen ist, weiß ich nicht, was ich mache.“ Auch einem Bio-Rindererzeuger, der in der MAZ zu Wort kommt, war „nichts Negatives im Zusammenhang mit Hakenberg aufgefallen“. Beide zeigten sich entsetzt über die Vorgänge, hoffen aber, dass der Betrieb Konsequenzen zieht und weiterarbeiten kann – der kurzen Wege wegen.

Quelle: Twitter

Das Bio-Zertifikat darf der Schlachthof vorerst behalten

Auswirkungen auf das Bio-Zertifikat der Hakenberger Fleischwerke haben die dokumentierten Vorfälle vorerst nicht. Auf Anfrage der taz teilte das Brandenburger Agrarministerium mit: „Die hier verpflichtete Kontrollstelle Grünstempel muss schauen, ob weitere Maßnahmen in Bezug auf die Biozertifizierung ergriffen werden müssen“.

Die taz berichtete von einem ähnlichen Fall: Einem ebenfalls wegen Tierquälerei-Vorwürfen in die Schlagzeilen geratenen Schlachthof in Niedersachsen wurde die Bio-Zertifizierung von der zuständigen Kontrollstelle umgehend entzogen. Gegenüber der taz bestätigte die niedersächsische Kontrollbehörde LAVES die Aussetzung des Zertifikats: „Das gilt zunächst, bis der Sachverhalt aufgeklärt ist“, sagte die LAVES-Sprecherin der taz.

 

Geschlachtete Rinder
© Shutterstock/Milanchikov Sergey

Tierschutzprobleme: Bio-Schlachthof geschlossen

Der Schlachthof Fürstenfeldbruck bei München hat seinen Betrieb eingestellt. Vorausgegangen waren massive Vorwürfe der Tierrechtsorganisation Soko Tierschutz. Sie zeigte Videos von tierquälerischen und gesetzeswidrigen Schlachtungen.


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