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BÖLW: EU muss Agrarförderung am Gemeinwohl ausrichten

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Traktor auf Feld
Ein Wirtschaften, das natur-, klima- oder tierverträglich ist, muss in der neuen GAP besser gefördert werden, fordert der BÖLW. Symbolbild © iStock/ZWEID

Der Bio-Dachverband BÖLW hat in einem Positionspapier deutliche Korrekturen an den Vorschlägen der EU-Kommission für die Neugestaltung der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) verlangt. „Es braucht ein klares Bekenntnis dazu, die Landwirte für besondere Leistungen beim Umwelt- Klima- und Tierschutz zu honorieren“, forderte BÖLW-Geschäftsführer Peter Röhrig. Mindestens 70 Prozent der geplanten Milliarden-Zahlungen müssten dafür genutzt werden.

Gegen pauschalen Direktzahlungen

Aus Sicht des BÖLW begünstigt die aktuelle EU-Agrarpolitik eine Landwirtschaft, die europäische Klima-und Umweltziele konterkariert: „Pauschale Direktzahlungen, die den Großteil der Agrarzahlungen ausmachen, setzen keinen Anreiz für natur-, klima- oder tierverträgliches Wirtschaften und lassen die Preise an den Boden- und Pachtmärkten steigen, heißt es in dem Positionspapier. Die Folgen dieser Agrarpolitik seien ein „Verlust an Artenvielfalt, das Anheizen der Klimakrise, zu hohe Nitratgehalte im Grundwasser, zu viel Ammoniak in der Luft, zu viele leidende Tiere und zu viel Betriebe, die aufgeben müssen.“

EU-Agrargelder müssem stattdessen Umweltschutzleistungen honorieren

In der neuen GAP ab 2020 sieht der BÖLW „die historische Chance, gemeinsam einen Kurswechsel zu mehr Nachhaltigkeit und Vielfalt auf Europas Äckern und mehr Tierwohl in den Ställen zu schaffen.“ Dafür müssten „als zentrale Leitplanke 70 % der EU-Agrargelder für die Honorierung wirksamer Umwelt-, Klima- und Tierschutzleistungen der Landwirte reserviert werden, für die der Markt die Bauern nicht entlohnt.“ Umgekehrt dürften Betriebe, die das Grundwasser schädigen, Tiere nicht artgerecht halten oder klimaschädlich wirtschaften, keine Steuergelder mehr erhalten. Sinnvoll sei es auch, dem ökologischen Landbau als besonders naturverträgliche Wirtschaftsweise „eine Vorreiterrolle beim Kurswechsel der GAP zuzuweisen und die Durchfinanzierung der Öko-Fördermaßnahmen bis 2027 zu sichern.“

EU-Vorschläge müssen noch diskutiert werden

Die von der EU vorgelegten Vorschläge werden in den nächsten Monaten in den Mitgliedsstaaten und im Europäischen Parlament diskutiert. Beide Institutionen müssen dazu Stellung beziehen und ihre Änderungsvorschläge formulieren. Anschließend werden diese in einem sogenannten Trilog zu einem gemeinsamen Text zusammengeführt.

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