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Blogger-Award für einen Bio-Bauern

von Gudrun Ambros (Kommentare: 0)


Hühner auf Wiese
Ingmar Jaschok punktet im Internet mit Geschichten rund um das Hofhuhn. Symbolbild © Shutterstock/PRESSLAB

Die Nachricht über die Nominierung für den Award hatte ihn beim Hühnerfüttern erreicht, zwischen Morgenmelken und Frühstück: Der Bio-Bauer Ingmar Jaschok gehört mit seinem Hofhuhn-Blog zu den Goldenen Bloggern 2018.

Quelle: Facebook/Hofhun

2000 Vorschläge von Internet-Nutzern mündeten in eine Shortlist, aus der per online-Abstimmung, Saal-Applaus und über eine Jury vor wenigen Tagen in Berlin die besten Blogger des Jahres 2018 gekürt wurden. In der Kategorie „Heimat“ entschieden sie sich für den Hofhuhn-Blog von Ingmar Jaschok.

Wer ist Ingmar Jaschok?

Ingmar Jaschok bewirtschaftet zusammen mit seinen Eltern und seinem Bruder den  Bornwiesenhof in Wilzenberg-Hußweiler, einem kleinen Ort im Hunsrück. Die Milch der Kühe wird zu Käsespezialitäten und Joghurt verarbeitet, übrige Molke an die Schweine verfüttert. Zum Sortiment gehören Fleisch und Wurst. Die Hühner – noch in der Erprobungsphase – sind Jaschoks spezielles Steckenpferd: alte Hühnerrassen, die selbst gezüchtet und vermehrt werden. Sie sollen besonders artgerecht leben dürfen und werden für die Eier- und Fleischproduktion eingesetzt.

Seit knapp zwei Jahren können Internet-Nutzer das Leben und Arbeiten auf einem Demeterhof mit 40 Kühen, 100 Hühnern und ein paar Schweinen hautnah miterleben. Denn Jungbauer Ingmar Jaschok schreibt Blogeinträge, setzt die Küken per Instagram in Szene, fotografiert die Kühe und stellt sie mit Namen und Eigenschaften vor.

 
 
 
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Wisst ihr, was mich absolut glücklich macht? Wenn meine Arbeit Früchte trägt. Ein Nachbarbetrieb, mit dem ich schon viel länger, als es Hofhuhn gibt, im Austausch über Hühner bin, hat die Tage Nägel mit Köpfen gemacht. Statt 200 neue Junghennen zu ordern, wagen sie den Sprung ins kalte Wasser und haben eine Brutmaschine und 200 Bruteier der Rasse Bielefelder Kennhuhn geordert. Die jetzige Besetzung des Stalles wird eine Ehrenrunde drehen dürfen und nach der Mauser noch mindestens ein zweites Jahr legen, bis die jungen Bielefelderinnen und deren dann noch kommende Töchter übernehmen. Grund war, dass der Junghennenaufzüchter die Preise erhöht hat. Dazu kommt, dass wir seit Jahren am überlegen waren, wie sie dort auf dem Hof eine Haltung mit "echten Hühnern" realisieren können. Am Ende braucht es nur einen kleinen Schubs für den Sprung ins kalte Wasser. Immer wieder bekomme ich, mal mehr, mal weniger konkrete Fragen zur Arbeit mit alten Rassen gestellt und helfe immer gerne so weit ich kann. Sobald es etwas zu berichten gibt, werde ich über das Projekt nebendran berichten, bis dahin dürft ihr Euch mit mir nochmal über ein Foto meiner kleinen Silverudds Blå-Küken aus dem Herbst freuen.

Ein Beitrag geteilt von Ingmar Jaschok | Bornwiesenhof (@hofhuhn) am Feb 8, 2019 um 4:55 PST

Quelle: Instagram/hofhun

Ingmar Jaschok rappt im Hühnerstall

Der Bauer performt sogar einen Rap im Hühnerstall. Übers Internet nimmt er seine Follower mit auf Tour, wenn er andere Höfe und deren Hühnerhaltungspraktiken erkundet und verbreitet O-Töne per Podcast. Und er schaut über den Tellerrand hinaus.

Quelle: Instagram/hofhun

Keine heile Welt vorgaukeln

Seine Community bezieht Jaschok mit ein in Planungen, Überlegungen und Zweifel. Er möchte ihnen keine heile Welt vorgaukeln, konfrontiert sie lieber mit der Realität und bemüht sich, diese aus mehreren Blickwinkeln zu beleuchten und zu beurteilen.

Er thematisiert Massentierhaltung ohne den Zeigefinger zu erheben. Die Demeter-Landwirtschaft, hinter der er steht und die er lebt, bezeichnet er als „die der Bilderbücher“, aber es liegt ihm fern, seine konventionell arbeitenden Kollegen zu verunglimpfen.

Mehr Hofhun-Podcasts: blog.hofhuhn.de/podcast

Ein Blog-Titel heißt „Lasst uns übers Töten reden“ – denn ohne Töten gäbe es kein leckeres Hähnchenfleisch. Wie so ein Zweinutzungshähnchen schmeckt, wissen nur noch wenige, da gibt es viele Vorbehalte. Auf dem Bornwiesenhof werden sie verhältnismäßig alt, zwischen 150 und 200 Tage, man ist hier noch in der Versuchsphase. Zum Vergleich: der konventionelle Standard liegt bei  durchschnittlich 36 Tagen; in der Bio-Haltung sind 68 bis 70 Tage üblich. Ingmar Jaschok hat seine älteren Hähnchen selbst probiert und auch Profi-Feinschmeckern zum Probieren und Beurteilen gegeben. „Der Geschmack der Hähne“ heißt der dazugehörige Blogeintrag.

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