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Bioökonomie muss nachhaltig werden

von Leo Frühschütz (Kommentare: 1)


Biomasse in Körben
Biomasse wird aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Symbolbild © Shutterstock/Petrychenko Anton

Umwelt- und Entwicklungsorganisationen wollen eine Debatte anstoßen, nach welchen Regeln eine Wirtschaft jenseits der fossilen Rohstoffe funktionieren soll. Nach denen der Konzerne – oder anders.

Kritik an Bioökonomie

Bioökonomie steht für eine Wirtschaftsweise, die zunehmend auf fossile Rohstoffe und endliche Bodenschätze verzichtet und sie durch nachwachsende Rohstoffe ersetzt. Das ist grundsätzlich vernünftig und wird von der Bundesregierung im Rahmen ihrer Politikstrategie Bioökonomie mit Milliarden gefördert.

Doch diese Strategie sei nicht nachhaltig, sagt das Aktionsforum Bioökonomie, ein Zusammenschluss von Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, in einer Erklärung.

Deren Hauptkritikpunkt an der Politik der Bundesregierung: „Im Wesentlichen sollen fossile Rohstoffe Eins-zu-Eins durch Biomasse ersetzt werden. Eine Abkehr vom energie- und rohstoffintensiven Wirtschaftsmodell ist nicht vorgesehen.“ Das Aktionsforum hingegen argumentiert: „Nur wenn wir den Ressourcenverbrauch in allen Bereichen der Wirtschaft deutlich verringern, werden wir den Bedarf an biologischen Rohstoffen nachhaltig decken können − ohne Artenvielfalt und Weltklima weiter zu zerstören.“

Erhöhte Nachfrage könnte Probleme verschärfen

In ihrer Erklärung weisen die Organisationen auf die Probleme hin, die der Import von Biomasse aus dem globalen Süden, etwa in Form von Holz oder Palmöl, schon jetzt mit sich bringt. Ein Anstieg der Nachfrage nach Biomasse würde diese Probleme weiter verschärfen. „Daher brauchen wir wirksame Maßnahmen zur Verringerung des Ressourcenverbrauchs sowie verpflichtende ökologische und soziale Standards“, lautet die Schlussfolgerung.

Die Erklärung weist auch darauf hin, dass bei den bisherigen Strategien vor allem Verfahren der Gen- und Biotechnologie gefördert würden.

Aktionsforum will gesellschaftliche Diskussion anstoßen

Das Aktionsforum will eine breite gesellschaftliche Diskussion über die Ziele und Maßnahmen einer Bioökonomie-Strategie anstoßen. Bisher finde diese Diskussion „weitgehend in geschlossenen ExpertInnenzirkeln statt, die von Industrie, industrienaher Forschung und deren politischen Verbündeten dominiert werden“, heißt es in der Erklärung.

Fördermilliarden anders einsetzen

Sie fordert von der Bundesregierung, ihre Fördermilliarden einzusetzen „zur Erforschung alternativer Konzepte jenseits der industriellen Markt- und Verwertungslogik.“ Auch dürfe die Förderung nicht dazu führen, „dass gentechnische Verfahren wie die Grüne Gentechnik durch die Hintertür und mit öffentlichen Mitteln vorangetrieben und eingeführt werden.“

 

 

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Kommentar von Marion Kupfer |

Schön geschriebener Artikel. Ab Montag auch auf www.bio-based.eu/news zu finden! Lieben Gruß


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